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Stress: Was ist für Mitarbeitende ein hilfreicher Ausgleich?

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Die sich immer mehr verschlechternde wirtschaftliche Lage in Deutschland führt dazu, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter einem Gefühl der Unsicherheit leiden. Laut einer aktuellen Studie von Alight hat fast jeder Zweite (45 Prozent) Bedenken, seinen Lebensunterhalt nicht mehr decken zu können. Das ist eine relevante Information für Unternehmen, auch weil finanzielle Sicherheit für gut ein Drittel (35 Prozent) der Beschäftigten ein bedeutendes Kriterium bei der Wahl einer neuen Arbeitsstelle ist. Doch auch andere Faktoren wie fehlendes Zugehörigkeitsgefühl und eine mangelnde Work-Life-Balance wirken sich auf das Wohlbefinden und auch auf die Arbeitsmoral aus.

Das zeigt die „International Workforce and Wellbeing Mindset Study“ von Alight, einem Anbieter von cloudbasierter Human-Capital-Technologie und Services. Für die Studie wurden im März und April dieses Jahres 500 Beschäftigte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden sowie 2.000 Angestellte in den USA befragt.

Stress beeinträchtigt Motivation und verstärkt Wunsch nach Flexibilität

Finanzielle Unsicherheit, ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl sowie eine mangelnde Work-Life-Balance können bei den Beschäftigten Stress verursachen – und tun das auch bei einem nicht geringen Anteil der Mitarbeitenden. Mit 85 Prozent gibt die Mehrheit der deutschen Befragten an, einem mittleren bis hohen Stressniveau ausgesetzt zu sein – das sind fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Hierzulande ist das empfundene Stresslevel höher als in den drei anderen europäischen Ländern, was insofern nicht verwundert, als die deutsche Wirtschaft besonders stark eingebrochen ist.

Unter anderem der erhöhte Stresspegel hat dazu geführt, dass nur noch jeder oder jede Fünfte (20 Prozent) in Deutschland motiviert ist, gute Arbeit zu leisten. Rund ein Viertel (24 Prozent) gibt an, nur das erforderliche Minimum zu leisten, also Dienst nach Vorschrift zu machen. Und die Hälfte der Befragten (51 Prozent) sieht keinen Nutzen mehr darin, mehr zu tun als erforderlich – Ergebnisse, die aufhorchen lassen.

Mentale und physische Gesundheit vermehrt im Fokus

Aufgrund der Belastungen der Menschen haben sich die Bedürfnisse und Anforderungen an Arbeitgeber leicht verändert. Zwar bleibt auch ein angemessenes Gehalt wichtig – 54 Prozent der Befragten geben an, dass dies Arbeitgeber auszeichnet –, aber mit 56 Prozent haben bessere Zusatzleistungen heute noch einen etwas höheren Stellenwert bei den Mitarbeitenden. Im Vordergrund steht die psychische und physische Gesundheit, die für mehr als die Hälfte der Beschäftigten Priorität hat. Und diese Gesundheit beruht für viele der Befragten darauf, ausreichend Freizeit zu haben. Für 40 Prozent stellt dies den wichtigsten Aspekt für ihr mentales Wohlbefinden dar.

Aber auch Programme zur psychischen Gesundheit sowie Leistungsprogramme zum Thema Gesundheit, Wohlbefinden und finanzielle Leistungen empfinden sie als hilfreich. Zu den weiteren, für Mitarbeitende attraktiven Maßnahmen gehört auch Hilfe in finanziellen Fragen. So wünschen sich beispielsweise 18 Prozent Unterstützung bei der Erstellung eines Haushaltsplans und 15 Prozent plädieren für die Einrichtung eines Notfallfonds.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.