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HR-Nachwuchsmangel: „Rechtzeitige Sensibilisierung sehr wichtig“

Personalwirtschaft: Frau Gorges, Sie widmen sich seit dem Sommer verstärkt dem Nachwuchsmangel im HR-Bereich. Wie schlimm ist die Situation Ihrer Beobachtung nach?
Heike Gorges: In unserer letzten Umfrage zu diesem Thema waren 50 Prozent der Befragten Personalerinnen und Personaler der Meinung, dass es bereits Nachwuchsmangel gibt im Berufsfeld Human Resources. Mich beschäftigt aber insbesondere die Frage, was wir zukünftig gegen den zunehmenden Nachwuchsmangel tun können. Dieser wird den Bereich HR meiner Meinung nach – ohne gezielte Maßnahmen – in einigen Jahren mit aller Wucht treffen. Dabei ist ausgerechnet HR in Unternehmen ja auch dafür verantwortlich, den Nachwuchsmangel vorzubeugen. Ein richtig schlechtes Zeugnis also für die HR-Disziplin.

Woran liegt das?
Der HR Bereich kümmerst sich engagiert um Nachwuchs für andere Berufsfelder und vernachlässigt sich selbst. Es ist ein systemimmanentes Problem.

Heike Gorges, Vorstand von HR Blue (Foto: HRBlue)
Heike Gorges, Vorstand von HR Blue, betreut derzeit ein Hochschul-Seminar zum HR-Nachwuchsmangel. (Foto: HRBlue)

Im Rahmen eines Seminars an den Hochschulen München und Rosenheim untersuchen Sie das Thema nun gemeinsam mit Studierenden. Was erhoffen Sie sich von den Ergebnissen?
Die aktuell Studierenden sind diejenigen, die in den kommenden Jahren unter dem Nachwuchsmangel leiden werden, wenn sie denn Führungspositionen erreicht haben. Daher finde ich die rechtzeitige Sensibilisierung für den drohenden Mangel sehr wichtig. Außerdem gehören sie natürlich aktuell zur gesuchten Zielgruppe und ich bin sehr gespannt, welche Lösungen für den zukünftigen Nachwuchsbedarf und -mangel erarbeitet werden.

Wie gehen Sie dabei vor?
Noch befinden wir uns in der ersten Phase des Projekts. Aktuell finden von meiner Seite Coachings der insgesamt sieben Teilprojekte statt. Diese beschäftigen sich zum Beispiel mit der Frage, wie der Nachwuchsbedarf in den Unternehmen aussieht, wie es gelingt, Angebot und Nachfrage zusammengebracht werden können oder wie das Thema in anderen Ländern gehandhabt wird.

Was sind dann die nächsten Schritte?
Ende November wird es eine Zwischenpräsentation zu Analysen und Lösungsansätzen geben. Kurz vor Weihnachten dann die Abschlusspräsentationen der Teams von der Hochschule München und Rosenheim. Verraten darf ich schon mal, dass interessante Fragen gestellt werden, die eigentlich nur vom Nachwuchs selbst kommen können. Und das wollen wir – dem Nachwuchs in eigener Sache eine Stimme verleihen!

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Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.

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