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Wichtigstes Change-Thema: HR muss Stellen umbauen

Personalplanungsexperten und -expertinnen stehen momentan vor allem vor einer Herausforderung: dem Stellenumbau – auch interner Mitarbeitertransfer genannt. Dabei geht es vor allem darum, Positionen und Berufsbilder weiterzuentwickeln und Mitarbeitende für die neuen Aufgaben weiterzuqualifizieren. Das zeigt das aktuelle Workforce-Transformation-Barometer der Unternehmensberatung Rundstedt, für das rund 120 Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranwälte sowie Restrukturierungs-, Insolvenz-, Sanierungs- und Betriebsratsberater in Deutschland befragt wurden.

Mehrheit der Unternehmen sieht Stellenumbau als Trend

58 Prozent der Studienteilnehmenden sehen den Stellenumbau als größte Herausforderung von HR und Unternehmensführung an. Ein verstärkter Personalaufbau ist für gut ein Viertel (28 Prozent) der Unternehmen eine Herausforderung, Stellenabbau derzeit für eine Minderheit von 14 Prozent. Als Hauptgrund für den beabsichtigten Personalumbau nennen mit 51 Prozent die meisten Befragten den Fachkräftemangel. An zweiter Stelle mit 39 Prozent steht die Absicht, die Kosten zu senken. Dazu kommt die demografische Entwicklung. Unternehmen können es sich immer weniger leisten, sich von Beschäftigten zu trennen, die sie an anderer Stelle dringend brauchen, so die Studienverfasser.

Entsprechend wird (Re-)Qualifizierung ein wichtiges Thema. Rund drei von zehn Befragten (29 Prozent) sagen, dass es dafür zunächst notwendig sei, sich mit entsprechenden Skill-Analysen einen umfassenden Überblick über alle Kompetenzen der Mitarbeitenden zu verschaffen – das betreffe auch Fähigkeiten, die über die heutigen Tätigkeiten hinausgehen. Auf dieser Basis können dann Programme zum Re- und Upskilling aufgesetzt werden, um die Beschäftigten für neue Aufgaben zu befähigen. Unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung ist jedoch die Offenheit der Beschäftigten, die nach Ansicht der Befragten nicht durchgehend gegeben ist: Ein Drittel (34 Prozent) sieht die fehlende Veränderungsbereitschaft der Mitarbeitenden als größtes Hindernis beim Personalumbau. Das Zwischenfazit der Studienverfasser: Arbeitgeber sind gefordert, ihre Belegschaft mit guten Argumenten von der Weiterqualifizierung zu überzeugen, etwa indem sie ihnen neue Perspektiven im Unternehmen, aber potenziell auch auf dem externen Arbeitsmarkt aufzeigen.

Stellenumbau in der Automobilbranche am ausgeprägtesten

Wie stark HR mit dem Stellenumbau beschäftigt ist, hängt stark von der Branche ab. Beim Stellenumbau und Reskilling sehen die Studienverfasser die Automobilbranche ganz vorn. Dort verändern sich die Berufsbilder aufgrund neuer Umweltschutzvorgaben und der Digitalisierung stark. Dadurch würden mehr Digitalisierungsexperten benötige, als aktuell auf dem Arbeitsmarkt vorhanden seien. Allerdings werde es aufgrund von Produktionsverlagerungen infolge steigenden Kostendrucks auch weiterhin Personalabbau geben, beispielsweise im Finanzwesen, in dem durch die Digitalisierung viele Routine-Jobs gestrichen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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