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Exklusive Auswertung zeigt Dienstrad-Boom in Stellenanzeigen 

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Mehr als jede zehnte Stellenanzeige in Deutschland enthielt im ersten Halbjahr 2025 einen Hinweis auf ein Dienstrad. Wie eine exklusive Auswertung von Index Research für die Personalwirtschaft zeigt, wird das Benefit aus Sicht von Personalabteilungen immer wichtiger. So stieg der Anteil der Stellenanzeigen, in denen Begriffe wie „Jobrad“, „Dienstrad“ oder „Dienstfahrrad“ vorkamen, von knapp 3 Prozent im ersten Halbjahr 2022 auf etwa 10,7 Prozent im ersten Halbjahr dieses Jahres. 


Mit den Begriffen sind vor allem Leasingmodelle gemeint – anders als etwa beim Dienstwagen. Seit einer steuerlichen Änderung im Jahr 2019 boomen Leasingmodelle hierzulande. „Viele Nutzerinnen und Nutzer empfinden gerade durch den günstigeren und unkomplizierten Zugang einen neuen Anreiz, häufiger oder überhaupt erst regelmäßig zu fahren – sei es im Alltag oder auf dem Weg zur Arbeit“, glaubt Stefan Page, Geschäftsführer von Business Bike, einem der zahlreichen Anbieter von Dienstradleasing. Er widerspricht dem häufig geäußerten Einwand, dass solche Programme vor allem von Menschen genutzt werden, die ohnehin schon Fahrrad fahren. 

Dienstrad ja, aber nicht zwingend für den Arbeitsweg 

Dass das Dienstrad die Bahn- und Autofahrer und -fahrerinnen aber vermehrt dazu bringt, auch den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zu bestreiten, zeigt sich bislang noch nicht.  

Schaut man sich die Pendlerzahlen des Statistischen Bundesamtes an, zeigt sich zwischen 2019 und 2024 zumindest keine Veränderung bei den regelmäßigen Fahrradpendlern. Ihr Anteil an allen Pendlern bleibt bei zehn Prozent. Verändert hat sich lediglich der Anteil der ÖPNV-Pendler – mutmaßlich durch die Einführung des Deutschlandtickets. Wichtigstes Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit bleibt aber mit Abstand das Auto. 

Für Arbeitgeber sind Dienstrad-Angebote offenbar dennoch ein attraktives und vor allem einfach und günstig umsetzbares Benefit, selbst wenn sie nicht unbedingt für den Arbeitsweg genutzt werden. Die Mobilitätsbenefits sollten aber verschiedene Lebenssituationen und Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigen. Es sei laut Page wichtig, „im Blick zu behalten, dass nicht jeder das Angebot gleichermaßen nutzen möchte oder kann.“  

Matthias Schmidt-Stein koordiniert die Onlineaktivitäten der Personalwirtschaft und leitet gemeinsam mit Catrin Behlau die HR-Redaktionen bei F.A.Z. Business Media. Thematisch beschäftigt er sich insbesondere mit den Themen Recruiting und Employer Branding.