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Mehrheit der Deutschen ist gegen eine vereinfachte Fachkräfte-Einwanderung

Ein erster Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass Fachkräfte aus Drittstaaten künftig auch dann nach Deutschland einwandern können, wenn sie hier noch keinen Arbeitsvertrag haben oder ihr Berufsabschluss von den hiesigen Behörden noch nicht anerkannt wurde. Das politische Vorhaben kommt nicht bei allen Bürgerinnen und Bürgern gut an: Eine aktuelle Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeigt, dass nur ein Fünftel der Deutschen (20 Prozent) die geplante Lockerung des Einwanderungsrechts positiv bewertet. Dafür, dass die Einwanderung nicht nur für Fachkräfte, sondern für alle Menschen erleichtert werden sollte, sprechen sich lediglich zehn Prozent aus.

70 Prozent der Deutschen wollen keine erleichterte Zuwanderung

Demnach stehen die meisten Bundesbürger (70 Prozent) dem erleichterten Zuzug kritisch gegenüber: Fast vier von zehn Befragten (37 Prozent) sind der Ansicht, dass Einwanderung wie derzeit nur mit einem Arbeitsvertrag und einem anerkannten Abschluss möglich sein sollte. Ein Drittel (33 Prozent) findet sogar, dass die Einwanderung von Nicht-EU-Bürgern künftig verschärft werden sollte. An der repräsentativen Befragung vom 7. bis 9. Oktober dieses Jahres nahmen rund 1.000 Deutsche im Alter von 18 bis 75 Jahren teil.

Selbst von Grünen-Wählern nur die Hälfte einverstanden

Bei der Befragung wurde auch das Wahlverhalten der Deutschen bei der letzten Bundestagswahl berücksichtigt. Hier zeigt sich, dass selbst die meisten Unterstützer der Ampel-Parteien mehrheitlich gegen die geplante Reform des Einwanderungsrechts sind – mit Ausnahme der Grünen-Wählerinnen und -Wähler: Von ihnen spricht sich knapp mehr als die Hälfte (52 Prozent) für Lockerungen aus: 37 Prozent sind dafür, dass Fachkräften aus Drittstaaten die Einwanderung erleichtert wird. Weitere 15 Prozent würde dies für alle Menschen befürworten. Von den SPD-Anhängerinnen und Anhänger unterstützt lediglich rund ein Viertel (24 Prozent) das Gesetzesvorhaben und 13 Prozent wären für eine generelle Lockerung. Von den FDP-Wählern stimmt nur jeder fünfte (20 Prozent) dem vereinfachten Zuzug von Fachkräften zu und zehn Prozent würden eine grundsätzliche Erleichterung befürworten.

AfD-Sympathisanten am stärksten gegen Reform

Bei den drei Oppositionsparteien fällt die Zustimmung zu einer Lockerung der Einwanderungsregeln für Fachkräfte noch niedriger aus: Von den Linken-Anhängerinnen und -Anhängern zeigen sich 17 Prozent damit einverstanden. Allerdings fällt die Partei insofern aus dem Rahmen, als hier mit fast einem Drittel (31 Prozent) der höchste Anteil aller Wähler und Wählerinnen eine generelle Vereinfachung des Einwanderungsrechts bevorzugen würde.

Bei den Anhängerinnen und Anhängern der CDU/CSU denken nur 15 Prozent, dass der Zuzug von Fachkräften vereinfacht werden sollte, und lediglich fünf Prozent halten es für angemessen, dass die Einreise auch von Nicht-Fachkräften erleichtert werden sollte. Am stärksten gegen eine vereinfachte Einwanderung sprechen sich die AfD-Wählerinnen und -Wähler aus: Nicht mehr als acht Prozent befürworten den erleichterten Zuzug von Fachkräften und nur ein Prozent wäre für eine generelle Vereinfachung des Einwanderungsrechts.

Insgesamt kann sich damit nur eine Minderheit der Deutschen mit dem Vorhaben der Regierung anfreunden, die Zuwanderung für Fachkräfte zu erleichtern. Ob das Gesetzesvorhaben vom Bundestag verabschiedet und umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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