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Anforderung an Headhunter: schnell passgenaue Kandidaten finden

Ein männliches Gesicht mit einer Lupe vor einem Auge, das zwei symbolische Figuren betrachtet
Unternehmen erhoffen sich von Personalberatern vor allem, dass die Passgenauigkeit der gesuchten Kandidaten stimmt.
Foto: © Hanna/StockAdobe

Mittelständische Arbeitgeber rekrutieren externe Mitarbeiter für alle Hiercharchiestufen noch stärker als Großunternehmen und suchen dabei die Unterstützung von Personalberatern. Große Firmen sind eher in der Lage, auf einen eigenen Talentpool zurückzugreifen. Headhunter werden vor allem bei der Personalgewinnung für das Top-Management eingesetzt. Beim Recruiting von Mitarbeitern für das mittlere Management etablieren sich digitale Suchwege. Aus Sicht der beauftragenden Unternehmen werden Personalberater primär für Auswahl und Ansprache von potenziellen neuen Mitarbeitern eingesetzt; dabei ist auch diagnostische Kompetenz gefragt. Unternehmen erwarten vor allem eine gute Vorselektion der Kandidaten durch die Personalberatung. Schnelligkeit und Passung der Kandidaten sind für sie die wichtigsten Kriterien bei der Personalgewinnung und entscheidende Faktoren für die Zusammenarbeit mit Personalberatern. Das sind Ergebnisse der Studie “Headhunting im digitalen Zeitalter” des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (> BDU), der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (> DGFP) und der International University of Applied Sciences Bad Honnef (> iubh) unter 73 Unternehmen und 157 Personalberatungen.

Großunternehmen sind mit der Geschwindigkeit von Personalberatern zufriedener als KMU

Bei der Suche von Personal für das Top- Management sind 70 Prozent der großen Unternehmen zufrieden oder sehr zufrieden mit der Geschwindigkeit der beauftragten Personalberater. Von den kleinen und mittleren Betrieben sind knapp 60 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. Alternative Suchwege, zum Beispiel über Netzwerke und externe Portale, schneiden in beiden Größenklassen erheblich schlechter ab.

Passgenauigkeit: mehr positives Feedback von kleinen und mittleren Unternehmen

Mit der Passgenauigkeit der von Headhuntern präsentierten Kandidaten für das Top-Management und das mittlere Management zeigen sich 57 Prozent der Großunternehmen zufrieden oder sehr zufrieden. Von den KMU-Auftraggebern gaben dies rund zwei Drittel (67 Prozent) für das Top-Management und 60 Prozent für das mittlere Management an.

Digitale Instrumente werden vor allem im Auswahlverfahren noch kaum genutzt

Die Studie zeigt außerdem, dass digitale Tools – etwa Candidate Relationship Management-Systeme, digitale Markt- und Ausschreibetools, datenbasierte Auswahltools oder Online-Videointerviews – vor allem von der Kontaktaufnahme bis zur Erstbegegnung mit Kandidaten eingesetzt werden. Im eigentlichen Auswahlverfahren werden digitale Instrumente noch wenig genutzt. Hinsichtlich der Erwartungen an digitale Lösungen gibt es Unterschiede bei Unternehmen und Personalberatern. Die Unternehmen erwarten insbesondere Datensicherheit, Schnittstellen zu eigenen Systemen und Validität; die Personalberater hingegen erhoffen sich durch den Einsatz digitaler Tools vor allem eine Beschleunigung und Vereinfachung der Prozesse und somit Entlastung. Alle drei Kooperationspartner der Befragung sind davon überzeugt, dass der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung für Unternehmen darstellt, dem sowohl mit klassischen, aber auch mit digitalen Methoden begegnet werden muss.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.