Die Gründerinnen der Benefit-App Heynanny sind überzeugt: Eine flexible und zuverlässige Lösung für Haustierbetreuung wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern. Deswegen bieten Julia Kahle und Anna Schneider in ihrem Employee-Assistance-Programm seit neustem die Vermittlung einer Haustierbetreuung für Mitarbeitende von Kundenunternehmen an. Bisher konnten User von Heynanny mittels der App ihre Kinderbetreuung organisieren, Seniorenbegleiter und -begleiterinnen finden oder die eigene mentale Gesundheit fördern.
Personalwirtschaft: Frau Kahle, über Heynanny können Mitarbeitende eine Betreuung für ihre Haustiere finden, wenn sie selbst auf Geschäftsreise oder im Urlaub sind oder einen langen Tag im Betrieb haben. Warum ist das ein Benefit, den Arbeitgeber anbieten sollten?
Julia Kahle: Das Thema Haustiere ist ein relevantes Thema für die Work-Life-Balance. Durch die Pandemie haben sich Mitarbeitende vermehrt Haustiere zugelegt. Weil die Beschäftigten viel remote gearbeitet haben, konnten sie sich im Arbeitsalltag gut um ihre Haustiere kümmern. Seitdem viele Unternehmen wieder mehr auf Präsenzarbeit setzen, haben diese Mitarbeitenden ein Problem. Sie können beispielsweise teilweise nicht an langen Workshops teilnehmen, weil ihr Hund nicht betreut ist. Haustiere mit ins Büro zu nehmen, ist aufgrund von Vorgaben im Facility-Management sowie Allergien und Ängsten der Kollegen und Kolleginnen nicht immer möglich.
Ist es denn so schwer für den betroffenen Mitarbeiter oder die entsprechende Mitarbeiterin, eine Betreuung für das Haustier zu finden, sodass die Unterstützung durch den Arbeitgeber nötig ist?
Ja, eine qualitativ geprüfte und bezahlbare Unterstützung ist auch in diesem Care-Bereich nicht einfach zu finden. Zudem war die Haustierbetreuung schon vor unserem Pet-Care-Angebot ein Thema in unseren Kundenunternehmen. Wir haben von ihnen häufiger die Nachfrage bekommen, ob wir auch etwas für Haustiere – vor allem Hunde – machen können. In einigen Unternehmen gibt es sogar Mitarbeitenden-Gruppen, die sich dafür einsetzen, dass die Haustierbetreuung und der Berufsalltag besser vereinbart werden können – ähnlich wie Parents-Gruppen.

Wie stellen Sie sicher, dass die Haustierbetreuer und -betreuerinnen für den Job qualifiziert sind?
Wir stellen die gleichen Anforderungen an die Tierbetreuerinnen und -betreuer wie an die Menschen, welche für uns in der Kinder- und Seniorenbetreuung arbeiten – vom ID-Check bis über Erste-Hilfe-Zertifikate ist alles dabei. Viele unserer studierenden Nannys bieten gleich in allen drei Bereichen ihre Unterstützung an. Zudem arbeiten wir mit Bewertungen unserer Nannys, um sicherzustellen, dass unsere Kunden zufrieden sind.
Sie haben zuvor gesagt, dass Tierbetreuerinnen und -betreuer schwer zu finden sind. Wie konnten Sie sicherstellen, dass Sie genug Personal für das Angebot dieses Benefits haben?
Wir haben zum einen viele bestehenden Nannys aus den anderen Bereichen auch für Pet Care begeistern können. Zusätzlich schreiben wir die Stellen klassisch über Job-Portale aus und bekommen viel Resonanz. Unsere Betreuer und Betreuerinnen werden alle haftpflichtversichert, und es gibt Rechnungsbelege.
Angenommen, ich bin eine Nutzerin von Heynanny und suche eine Betreuung für meinen Hund. Was genau muss ich tun?
Das Betreuungskonzept ist analog zu unserem Service für Kinderbetreuung und Seniorenbegleitung. In der App geben User ihre Postleitzahl und Filter ein und bekommen mittels eines Algorithmus Betreuerinnen und Betreuer empfohlen. Man kann sich deren Profile anschauen, sie anschreiben und ein erstes Kennenlernen mit ihnen buchen. Wir arbeiten immer wieder mit den gleichen Betreuern und Betreuerinnen. Das schafft Vertrauen und ist auch für die Haustiere wichtig. Der Service kann nach dem Kennenlernen dank smarten Kalenders und engem Austausch auch für kurzfristige Anfragen verwendet werden und ist in Deutschland und Österreich auch außerhalb von Großstädten verfügbar.
Haben User von Heynanny nun automatisch Zugang zu Pet Care?
Nein, den Service muss ihr Unternehmen dazubuchen. Unsere App ist modular aufgebaut und ab einer gewissen Unternehmensgröße individuell zusammensetzbar.
Wie viele Unternehmen haben schon zum Start des neuen Services Pet Care gekauft?
Wir haben inzwischen mehr als 200 Kundenunternehmen – darunter SAP, Daimler Truck und Böhringer. Gut ein Viertel unserer Bestandskunden beschäftigt sich gerade intern mit der Zubuchung von Pet Care oder hat bereits gekauft. Dazu haben wir auch neue Anfragen, die speziell über diesen Service nachgedacht haben.
Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking.

