Handel, Gastgewerbe, Logistik: Geldsorgen bei Frontline Workers

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Jeder zweite Frontline Worker in Deutschland wird sich dieses Jahr verschulden müssen, um Weihnachten zu feiern und um Geschenke oder Essen und Trinken zu kaufen. Das zeigt eine Umfrage des Workforce-Management-Spezialisten Quinyx unter 1.000 Personen in Deutschland, die im Handel, im Gastgewerbe oder der Logistik mit Kundenkontakt arbeiten – sogenannte Frontline Workers. 

Besonderer Fokus der diesjährigen Umfrage war das Gehalt und das zur Verfügung stehende Einkommen der Beschäftigten im Handel, im Gastgewerbe oder der Logistik. Weil sie ein höheres Einkommen für ihren Lebensunterhalt brauchen, gab ungefähr jeder Dritte an, dass er oder sie dieses Jahr mehr gearbeitet hat als in den Vorjahren. Knapp 17 Prozent haben zudem seit diesem Jahr einen Zweitjob, um von dem Gehalt leben zu können. Dass das Geld nicht reicht, liegt nicht nur an gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Inflation, sondern auch daran, dass fast jeder Vierte keine Lohnerhöhung erhalten hat. Jeweils 30 Prozent haben 1 bis 4 oder 5 bis 9 Prozent mehr Lohn bekommen. Über mehr als 10 Prozent freuten sich nur knapp 17 Prozent. 

Tafel und Privatkredite wegen Geldnot 

Trotz der Mehrarbeit oder einem Zweitjob hat es bei der Hälfte der Frontline-Beschäftigten im Jahr 2023 nicht gereicht. Auch für das Weihnachtsfest muss sich jeder Zweite finanzielle Hilfe in Form von Krediten, der Nutzung des Dispos oder der Unterstützung durch die Familie suchen. Etwa 40 Prozent müssen sich für Weihnachten nicht verschulden. 

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Vor allem im Dezember wird einiges von den Beschäftigten im Handel, im Gastgewerbe oder der Logistik abverlangt. Rund 67 Prozent leisten im Dezember Überstunden. Bei rund 32 Prozent sind es mehr als fünf Stunden pro Woche. „Und 12 Prozent erhalten dabei keinen finanziellen oder zeitlichen Ausgleich”, sagt Maximilian Thost, Country Manager DACH bei Quinyx.

Gesine Wagner betreut als Chefin vom Dienst Online die digitalen Kanäle der Personalwirtschaft und ist als Redakteurin hauptverantwortlich für die Themen Arbeitsrecht, Politik und Regulatorik. Sie ist weiterhin Ansprechpartnerin für alles, was mit HR-Start-ups zu tun hat. Zudem verantwortet sie das CHRO Panel.