In diesen Branchen dürfte es 2025 Tarifverhandlungen geben

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7,5 Millionen Beschäftigte fallen unter die Tarifverträge, die in der Tarifrunde 2025 auslaufen. Das zeigen Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung: „Die Tarifrunde 2025 wird eher eine kleine Tarifrunde, die insgesamt deutlich weniger Beschäftigte als gewöhnlich umfasst“, kommentiert Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Zum Vergleich: 2024 wurden und werden Tarifverträge von rund 12 Millionen Menschen neu verhandelt, liefen in diesem Jahr doch bestehende Tarifvereinbarungen in nahezu allen großen Branchen aus. So etwa im Bauhauptgewerbe, in der Chemischen Industrie, im Einzelhandel und in der Metall- und Elektroindustrie.

2025 dahingegen werden Vergütungsbedingungen meist in kleinen Tarifbranchen neu verhandelt. Die einzige Ausnahme bildet der Öffentliche Dienst, in dem etwa 3 Millionen Beschäftigte betroffen sein werden.

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Die Ergebnisse 2024

Für viele der 2024 auslaufenden Tarifverträge gibt es bereits neue Vereinbarungen. In den wichtigsten Branchen wurden folgende Vergütungsvereinbarungen getroffen.

Bauhauptgewerbe

Mit dem Tarifvertrag Bau wurde im Juni 2024 eine Lohn- und Gehaltserhöhung für die Mitarbeitenden der Branche in drei Stufen beschlossen. Insgesamt wird sich so das Gehalt im Westen um 9,3 Prozent bis April 2026 erhöhen, im Osten bis April 2025 um 7,2 Prozent und dann 2026 an die Verhältnisse im Westen angepasst. Zudem wurde die Vergütung der Auszubildenden ab Mai 2024 bundeseinheitlich auf 1.080 Euro erhöht. Im April 2026 soll sie nochmal um 3,9 Prozent angehoben werden. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 36 Monaten.

Chemische Industrie

Bis zum April 2025 wird es für die Tarifbeschäftigten in der Chemischen Industrie einen Gehaltsanstieg von 6,85 Prozent in zwei Stufen geben. Die zweite Stufe der Entgelterhöhung (4,85 Prozent mehr) ist flexibilisiert. Heißt: Sie kann aus wirtschaftlichen Gründen bis zu drei Monate verschoben werden. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags liegt bei 20 Monaten.

Einzelhandel

Stufenweise erhalten Beschäftigte im Einzelhandel (je nach Region kann es leichte Abweichungen geben) insgesamt bis zum Mai 2025 13,7 Prozent mehr Gehalt. Auch bekommen sie einen Inflationsausgleich von 1.000 Euro bezahlt. Die neuen Vereinbarungen sind für 36 Monate gültig.

Metall- und Elektroindustrie

IG Metall und Arbeitgeberseite haben sich am 12. November auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Demnach steigen Löhne und Gehälter um 5,1 Prozent, zudem soll es eine Einmalzahlung geben. Bei einer Laufzeit von 25 Monaten gibt es zum April kommenden Jahres zunächst zwei Prozent, zum April 2026 weitere 3,1 Prozent mehr Geld. Dazu kommt eine Einmalzahlung von 600 Euro sowie ab 2026 eine dauerhafte Anhebung des tariflichen Zusatzgeldes, einer jährlichen Sonderzahlung.

Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des WSI, glaubt an den Nutzen von Tarifverhandlungen: „Tarifverhandlungen sind wichtige Orte gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse“, sagt sie. „Eine gelungene Tarifpartnerschaft stärkt den sozialen Frieden.“

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking.