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Moderne bAV: Führungskräften mehr Eigenverantwortung geben

Wie können wir unsere betriebliche Altersvorsorge (bAV) für Führungskräfte modernisieren? Diese Frage stellte sich der Industriekonzern GEA Group vor ein paar Jahren und stieß auf der Suche nach einer Antwort auf das Finanzdienstleistungsinstitut Fidelity International. Das Vorsorgesystem, das durch die Zusammenarbeit entstanden ist, stellten Niko Lymberopoulos, Global Head of Total Rewards & Mobility bei der GEA Group, und Christof Quiring, Head of Workplace Investment bei Fidelity International, in einem Themenforum auf dem 6. Praxisforum Total Rewards der F.A.Z. Business Media GmbH in Frankfurt am Main vor.

„Unsere Grundidee war es, die Führungskräfte stärker in die Eigenverantwortung zu nehmen“, sagte Lymberopoulos zum Publikum. „Sie sollten die Vorsorge selbst mitgestalten können.“ Das sei bei der neuen bAV der GEA Group durch einen individuellen Beitrag möglich, den der Arbeitnehmer selbst dazu steuert. Dies ist allerdings nur ein Part der drei Bestandteile des neuen Vorsorgesystems, das beitragsorientiert ist. Während der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin optional entscheiden kann, welchen Beitrag er oder sie in die Altersvorsorge einzahlt, steuert der Arbeitgeber 7 Prozent des entsprechenden Festgehalts dazu. Die Gesamtsumme wird als Kapital angelegt. „Damit ist der dritte Einzahler der Markt“, sagte Quiring. Damit dieser den Beitrag auch möglichst vergrößert, wird für die Führungskräfte je nach Geburtsjahr in verschiedene Fonds eingezahlt.

Versorgungskonto jederzeit online abrufbar

Doch die neue bAV sollte den führenden Mitarbeitenden nicht nur mehr Spielraum geben, sich selbst einzubringen, sondern auch transparent sein. Dafür ist das Versorgungskonto, das mithilfe eines externen Anbieters kreiert wurde, nun für jeden Einzelnen oder jede Einzelne online abrufbar und ähnelt in der Aufmachung dem Onlinebanking. Dabei könne die Führungskraft selbst eingeben, welchen Betrag sie pro Monat zahlen möchte. Zudem sehe der Nutzer oder die Nutzerin nahezu in Echtzeit, wie sich seine oder ihre persönliche bAV weiterentwickelt.

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Lymberopoulos betonte beim Praxisforum auch die Simulationsmöglichkeit, die das neue Vorsorgesystem bietet. Hier könnten Führungskräfte im ersten Schritt den Betrag eingeben, den sie am Ende herausbekommen möchten. Im nächsten Schritt werde ihnen angezeigt, wie viel sie monatlich einzahlen müssen, um zu diesem Ergebnis zu gelangen. „Das neue Versorgungskonto schafft Transparenz“, sagte Lymberopoulos.

Ausschuss behält Performance im Blick

Trotz der Eigenverantwortung der Mitarbeitenden sei die GEA Group als Arbeitgeber beim Monitoring der Kapitalanlage aktiv. Dessen Performance behalte ein arbeitgeberseitiger Anlagenausschuss kontinuierlich im Blick. Der Ausschuss kümmere sich auch darum, dass die Versorgungsordnung rechtlich und steuerlich auf dem neuesten Stand ist. Zudem upgradet der Anbieter der Applikation dessen Benutzeroberfläche regelmäßig.

Das neue System komme gut bei den Führungskräften an. „Die Arbeitnehmer haben mehr eingezahlt als die Arbeitgeber“, sagte Quiring. „So viel, dass sich in den vergangenen fünf Jahren die Höhe der Eigenanlagen verdoppelt hat.“

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.