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Wo profitieren die meisten Beschäftigten vom 12-Euro-Mindestlohn?

Die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde betrifft die Regionen in Deutschland unterschiedlich stark. Grund dafür sind die regionalen Preis- und Lohnunterschiede. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Demnach gab es vor allem in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands vor der Mindestlohnerhöhung einen vergleichsweise hohen Anteil an Beschäftigten mit Stundenlöhnen unterhalb der 12-Euro-Marke. Im Süden und Südwesten sowie in Berlin und den Ballungsräumen im Westen Deutschlands betrifft die Mindestlohnerhöhung dagegen vergleichsweise weniger Beschäftigte. Der Grund: In diesen Regionen herrscht insgesamt ein höheres Preis- und Lohnniveau und nur ein kleiner Anteil der Beschäftigungsverhältnisse lag unter der 12-Euro-Marke.

Osten stärker von der Mindestlohnerhöhung betroffen

Die niedrigeren Preise für Wohnraum sowie für lokale Güter und Dienstleistungen im Osten Deutschlands führen also dazu, dass die Kaufkraft durch die Erhöhung des Mindestlohns im Vergleich zu den hochpreisigen Ballungsräumen stärker zunimmt, vermuten die IAB-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler. Der bundesweit einheitliche Mindestlohn berücksichtigt diese regionalen Lohn- und Preisunterschiede nicht. „Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wäre es denkbar, den Mindestlohn bei zukünftigen Anpassungen auf Basis von Preisniveauunterschieden zu regionalisieren“, sagt Andreas Mense, Mitautor der Studie. „Damit wären nach dem Mindestlohn entlohnte Beschäftigte in allen Regionen hinsichtlich ihrer Kaufkraft annähernd gleichgestellt.“ Er gibt aber auch zu bedenken, dass dabei die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen wären.

ist freier Journalist aus Biberach/Baden und schreibt regelmäßig News und Artikel aus dem Bereich Arbeitsrecht.