Philipp Voet van Vormizeele, ehemaliger CHRO von TK Elevator, soll laut des Landgerichts Düsseldorf Scheinrechnungen an seinen Arbeitgeber im Wert von rund 16,8 Millionen Euro ausgestellt haben. Dafür wurde er nun zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Dies vermeldete zuerst das Fachmagazin Juve. Im August dieses Jahres begann der Prozess, am 10. September fiel das bisher noch nicht rechtskräftige Urteil. Gegen das Urteil soll er Revision eingelegt haben.
Laut eines Berichts der Rheinischen Post wurde der Fall so eng unter Verschluss gehalten, dass selbst Personen aus Voet van Vormizeeles Umfeld erst durch den Juve-Artikel von seiner Verurteilung erfuhren.
Was ist passiert?
Bereits 2023 berichtete das manager magazin, dass sich TK Elevator wegen Betrugsvorwürfen von seinem Personalchef trennte. Laut einer internen Mitteilung sollte Voet van Vormizeele „persönliche Vertragspflichten verletzt und sich bei der Staatsanwaltschaft selbst angezeigt haben“. Im Raum steht Untreue in 26 Fällen. Seit Februar läuft zudem das Privatinsolvenzverfahren von Voet van Vormizeele, denn neben der Haftstrafe wird die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von 16.793.249,27 Euro angeordnet.
Gegenüber Anfragen des manager magazins äußert sich der Ex-CHRO damals nicht und auch sein ehemaliger Arbeitgeber gibt sich zurückhaltend. So hieß es auf Anfrage der Personalwirtschaft lediglich: „TK Elevator hat vollständig mit den Behörden kooperiert und bleibt dem höchsten Maß an Integrität und Compliance verpflichtet.“
Die Karriere des promovierten Juristen verlief fast ausschließlich bei Thyssenkrupp, wo er 2006 als Syndikusanwalt einstieg. 2016 übernahm er im Geschäftsbereich Elevator Technology die Leitung der Rechtsabteilung. 2021 wurde er zum Chief Human Resources Officer der inzwischen von Thyssenkrupp verkauften Marke TK Elevator ernannt. In seiner Verantwortung lagen die Bereiche HR und Legal, Compliance, Data Protection und Labor Relations. Zudem war er Schatzmeister der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf und sprach laut der Rheinischen Post auf Anti-Korruptionstagungen.
Angela Heider-Willms verantwortet die Berichterstattung zu den Themen Transformation, Change Management und Leadership. Zudem beschäftigt sie sich mit dem Thema Diversity.

