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Wie aus einem KfZ-Mechaniker erst ein Soldat und dann ein Personalchef wurde

Personalwirtschaft: Ihr Lebenslauf wurde von „Klein aber“-Geschäftsführerin Cara Giehler als „unorthodox“ beschrieben. Was macht ihn so ungewöhnlich?
Peter Vollmar: Er beinhaltet mehrere Paradigmenwechsel, da ich immer das gemacht habe, was mir Spaß macht. Zunächst wollte ich wissen, wie ein Auto funktioniert. Also lernte ich Kfz-Mechaniker. Dann interessierte ich mich für das Fliegen und ging deshalb als Flugzeugführeranwärter zur Bundeswehr. Nach meiner Rückkehr ins Zivilleben wollte ich etwas mit Menschen machen, so begann mein Werdegang als Personalleiter. In dieser Rolle habe ich mich sukzessive aus der klassisch geprägten Rolle hin zum Verfechter für moderne Zusammenarbeit, umgangssprachlich „New Work”, entwickelt.

Was aus Ihrer Zeit bei der Bundeswehr war besonders prägend für Sie?
Nachdem meine Karriere als Flugzeugführeranwärter relativ zügig beendet war, wechselte ich in die Rolle des Ausbilders. Hier kam ich zum ersten Mal bewusst mit einer der beiden Konstanten in Berührung, die sich anhand meines Lebenslaufs nicht auf den ersten Blick erkennen lassen: Projektmanagement und Führung von Menschen.

Was genau kann einem die Bundeswehr da vermitteln?
Ich habe gelernt, Projekte wortwörtlich „generalstabsmäßig” abzuwickeln und Menschen zielorientiert zu führen. Die Bundeswehr investierte während meiner aktiven Dienstzeit viel Zeit und Geld in meine Führungskräfteentwicklung. Es mag für Außenstehende eventuell irritierend sein, dass sich in dieser Organisation nicht alles um Befehl und Gehorsam dreht – aber die Motivation der Geführten spielte bereits damals eine wichtige Rolle. Was ich dort gelernt habe, möchte ich nicht missen. Übrigens ist mir das Thema Führung so wichtig, dass ich es noch heute nebenberuflich an der HK Hamburg doziere.

Nach Fördertechnik und IT-Consulting sind Sie nun bei einer Youtube-Agentur mit gerade 80 Mitarbeitenden. Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen diesen unterschiedlichen Arbeitsbereichen?
Nach meiner Philosophie geht es in meinem Beruf darum, Menschen dazu zu befähigen, wirkungsvoll miteinander zu arbeiten – ganz unabhängig von der Branche oder der Unternehmensgröße. Ich blicke auf das System und versuche dabei zu helfen, dass die Zusammenarbeit optimal gelingt.

Was hat Sie an der Stelle bei Klein aber besonders gereizt?
Es ist ein relativ junges Unternehmen, das gerade expandiert. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten. Besonders ist dabei zum Beispiel, dass es dort ganz außergewöhnliche Berufe wie die Creator Relations Managerin gibt. So ein buntes Team aus Kreativen, Strategen und Strateginnen und You-Tube-Nerds zu führen, ist eine neue Herausforderung für mich – die mit viel Spaß verbunden ist.

Und was ist das Besondere an der Branche?
Das Business ist schnelllebiger und täglich voller Überraschungen.

Wie kam es dazu, dass die Stelle „Head of People & Culture“ für Sie geschaffen wurde ?
In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Mitarbeitendenzahl von Klein aber mehr als verdoppelt. Daher brauchte es professionelle Unterstützung, um den Ansprüchen an individuelle Führung weiterhin gerecht zu werden. Denn nicht nur die Administration wurde umfangreicher, sondern auch die Komplexität der Themen, die die Mitarbeitenden beschäftigen.

Was waren Ihre bisher größten Herausforderungen bei Klein aber?
Ich kam unmittelbar nach einer Umstrukturierung ins Unternehmen und fand eine Personalunterdeckung vor. Die neuen Strukturen mit Leben zu füllen waren meine größten Herausforderung, die wir mittlerweile gemeinsam gemeistert haben.

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Unser Oktober-Magazin

Dieser Artikel ist zunächst in unserem Oktober-Magazin erschienen, das sich dem Schwerpunktthema Führungskräfteentwicklung widmet. Hier gelangen Sie zur Ausgabe: 

Agilität entpuppt sich heute leider oft als leere Phrase. Was ist für Sie echtes agiles Arbeiten?
Ich könnte an dieser Stelle einen Roman schreiben. Stattdessen versuche ich, mit drei Worten die Kernaussage dessen zu beschreiben, was für mich agiles Arbeiten bedeutet: „Inspect and adapt”. Dieses Mindset hilft mir dabei, die Wünsche meiner Kolleginnen und Kollegen zu identifizieren und einen (hoffentlich) guten Job zu machen.

Wie geht es bei Klein aber weiter?
Wir befinden uns gerade auf der Zielgeraden der strukturbedingten Prozessoptimierung. Anschließend möchten wir uns weiter verbessern, um noch schneller auf Marktanforderungen reagieren zu können. Bis zum Ende des Jahres möchten wir außerdem gerne einige neue Kolleginnen und Kollegen einstellen.

Haben Sie einen Lieblings-YouTube-Kanal und wenn ja, welchen?
Ja, die Kleinanzeigen-WG. Geniale Darstellerinnen und Darsteller, immer was zu lachen. Und: Da wir die Folgen inhouse produzieren, konnte ich natürlich schon hinter die Kulissen schauen. 

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Ist Redakteurin der Personalwirtschaft und als Projektmanagerin verantwortlich für die Heftplanung. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte – Agilität, Technologie und New Work – bringt sie auch im redaktionellen Alltag ein.

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