Workforce Planning bei Duisport: Laut CPO zählen Kompetenzen statt Köpfe

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Personalwirtschaft: Frau Sperling-Doppstadt, inwiefern wird die HR-Arbeit bei Duisport, dem Betreiber des größten Binnenhafens Europas, aktuell von der wirtschaftlichen Situation in Deutschland – aber auch der internationalen Gemengelage – beeinflusst?
Giordana Sperling-Doppstadt: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spüren wir natürlich. Als zentrale Logistikdrehscheibe sind wir eng mit den Entwicklungen der Industrie und des Welthandels verbunden. Gerade deshalb reicht es nicht mehr, auf Veränderungen zu reagieren.

Was sollte HR stattdessen tun?
Skill Management und Workforce-Planung sind aktuell wichtiger denn je. HR muss frühzeitig erkennen, welche Kompetenzen morgen gebraucht werden, und die Organisation darauf vorbereiten. Für mich ist HR heute nicht mehr Verwalter von Personal, sondern Mitgestalter der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Wie gehen Sie die Workforce-Planung bei Ihnen aktuell an?
Workforce-Planung bedeutet für uns heute nicht mehr, primär Köpfe zu zählen, sondern Kompetenzen für die Zukunft aufzubauen. Die Anforderungen verändern sich schneller, denn je und die Halbwertszeit von Wissen wird kürzer. Deshalb richten wir unsere Planung konsequent an den Fähigkeiten aus, die wir morgen benötigen werden. Gleichzeitig geht es darum, die Erfahrung unserer Mitarbeitenden mit neuen Kompetenzen zu verbinden. So entsteht Transformation nicht auf dem Papier, sondern aus der Organisation heraus.

Auch der Umgang mit KI ist eine Fähigkeit, die Beschäftigte immer mehr benötigen. Welche Skills werden durch die KI-Transformation wichtig?
KI wird viele Tätigkeiten verändern, aber sie ersetzt nicht die Fähigkeiten, die uns als Menschen ausmachen. Eigenes Denken, Erfahrung und kritisches Hinterfragen bleiben weiterhin entscheidend. Je mehr Technologie verfügbar ist, desto wichtiger werden Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen. Deshalb schaffen wir Räume, in denen unsere Mitarbeitenden neue Technologien praxisnah kennenlernen und anwenden können, in denen sie den Umgang mit den Tools lernen können, aber auch die eben genannten Fähigkeiten trainieren können. Denn Technologie ist nur dann ein Fortschritt, wenn die Menschen mit ihr wachsen.

Einige Unternehmen haben aufgrund der Wirtschaftskrise ihren Fokus vermehrt auf Performance Management gelegt. Duisport auch? Und falls ja, inwiefern?
Leistung und Wertschätzung gehören für uns schon immer untrennbar zusammen. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, klare Ziele und Erwartungen zu definieren und regelmäßig miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei steht für uns nicht die Kontrolle im Vordergrund, sondern die gemeinsame Weiterentwicklung. Gute Leistung entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen dürfen, Vertrauen spüren und die nötigen Rahmenbedingungen vorfinden.

Worauf freuen Sie sich am meisten beim HR Summit?
Mich interessieren vor allem die Menschen und Ideen hinter erfolgreichen Transformationen. Viele Unternehmen stehen aktuell vor ähnlichen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Digitalisierung, KI und ein wirtschaftlich anspruchsvolles Umfeld. Umso spannender ist es, zu sehen, welche Wege andere Organisationen einschlagen und welche Erfahrungen sie dabei machen. Ich bin überzeugt, dass wir die Zukunft der Arbeit nicht allein gestalten, sondern voneinander lernen müssen.

Info

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking.