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Babyboomer und Generation Z sehen ihr Alter als Problem

Büro mit junger und älterer Mitarbeiterin
Sowohl die jüngste als auch die älteste Arbeitmarktgeneration betrachten ihr Alter als Herausforderung.
Foto: © contrastwerkstatt/StockAdobe

International schätzen die Menschen in Indien (121 Punkte bei einem globalen Index von 100), Indonesien (117) und China (116) ihre beruflichen und privaten Möglichkeiten derzeit am optimistischsten ein. Im Vergleich von neun europäischen Ländern liegen die Niederländer mit einem Index von 97 vorn. Deutschland und die Schweiz folgen knapp dahinter mit je 96 Punkten. Damit sind die Deutschen zwar pessimistischer als der internationale Durchschnitt, aber positiver gestimmt als viele Menschen der anderen europäischen Nationen: Im Mittelfeld liegen Schweden und Irland (95 Punkte), Großbritannien (91) und Spanien (90), während bei den Menschen in Italien (87) und Frankreich (85) die größte Skepsis herrscht. Noch weniger zuversichtlich sind nur die Japaner, die in Sachen Optimismus lediglich auf einen Wert von 80 kommen. Das geht aus dem Opportunity Index 2020 des beruflichen Netzwerks Linkedin und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. Für die repräsentative Erhebung wurden im letzten Herbst weltweit mehr als 30 000 Menschen befragt, davon 2025 in Deutschland.

Ältere fürchten um ihre Jobchancen, Jüngere sind unsicher

Laut Studie fühlen sich hierzulande die Menschen am ehesten daran gehindert, im Beruf voranzukommen und einen aktiven Lebensstil zu führen, die auf dem Arbeitsmarkt am unteren und oberen Ende des Altersspektrums stehen: die sogenannten Babyboomer, die zwischen 55 und 65 Jahre alt sind, und die Generation Z im Alter von 18 bis 22 Jahren. Beide denken, aufgrund ihres Alters beruflich und privat eingeschränkt zu sein. Von den Babyboomern geben dies 44 Prozent an. Vor allem diejenigen, die Wert auf Sicherheit im Job legen, befürchten, dass Arbeitgeber jüngere Bewerber bevorzugen. Die Vertreter der Generation Z hingeben empfinden es vor allem als Problem, dass ihnen aufgrund ihres jungen Alters Arbeitserfahrung fehlt; jeder Fünfte (21 Prozent) gibt dies an. Außerdem sieht jeder Neunte (11 Prozent) fehlende Führung und Orientierung als Herausforderung. Insgesamt knapp jeder Vierte dieser Altersgruppe (24 Prozent) beklagt einen Mangel an Selbstvertrauen (24 Prozent).

Besonders die älteste Arbeitsmarktgeneration hält Veränderungsbereitschaft für wichtig

Entsprechend der altersbedingt unterschiedlichen Voraussetzungen haben Babyboomer und Generation Z andere Prioritäten, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen oder sich zu etablieren. 40 Prozent der Jüngeren ist Jobsicherheit wichtig – von den Älteren sagen dies noch 27 Prozent (im altersübergreifenden Schnitt sind es 33 Prozent). 25 Prozent der 18- bis 22-Jährigen legen großen Wert auf den Zugang zu Bildung im Vergleich zu sieben Prozent von den 55- bis 65-Jährigen. Auch denkt die Generation der Babyboomer angesichts der Digitalisierung, dass sie sich anpassen und ihr Wissen auf dem neuesten Stand halten muss, um sich auf dem Arbeitsmarkt halten zu können. 83 Prozent halten Veränderungsbereitschaft für einen wichtigen Erfolgsfaktor (im Gesamtschnitt sind es 76 Prozent) und 78 Prozent betonen den Wert von Bildung (altersübergreifend 70 Prozent).

Zeit und Geld sind die größten Hindernisse der Deutschen, um ihre Ziele zu erreichen

Neben Veränderungsbereitschaft und Bildung halten die Deutschen vor allem den gleichberechtigten Zugang zu Verwirklichungschancen (69 Prozent), die richtigen Verbindungen (68 Prozent) und übertragbare Qualifikationen (66 Prozent) für entscheidend, um ihre Ziele zu erreichen. Gefragt danach, was sie am meisten davon abhält, ihre Chancen wahrzunehmen, nennen mit 23 Prozent die meisten Bundesbürger den Faktor Zeit – in keinem anderen europäischen Land ist dies für Menschen so problematisch. Dicht darauf folgt mit 22 Prozent die finanzielle Situation als Hindernis, gleichauf mit dem Alter, sowie die Gesundheit/körperliche Einschränkungen (18 Prozent) und der schwierige Arbeitsmarkt mit (17 Prozent)

Der vollständige Report steht auf englischer Sprache zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.