Für den „Slack State of Work Report 2023“,wurden weltweit mehr als 18.000 Büroarbeitende befragt, davon mehr als 2.000 in Deutschland. Die Studie des Marktforschungsinstitutes Qualtrics im Auftrag des Technologieunternehmens Slack kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Viele Mitarbeitende möchten produktiv erscheinen. Allerdings geht es laut Umfrageergebnissen in der Praxis oft mehr um einen hohen Input wie eingesetzte Ressourcen und aufgewendete Arbeitszeit als um einen hohen Output wie erreichte Ziele und erzielte Einnahmen.
Beschäftigte erledigen laut Studie nicht nur in einem knappen Drittel ihrer Zeit (29 Prozent) Aufgaben, die nichts mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun haben, sondern sie verbringen auch zu viel Zeit in Besprechungen und mit E-Mails (36 Prozent). Rund ein Drittel (35 Prozent) der Befragten gibt an, Schwierigkeiten zu haben, die Motivation bei der Arbeit aufrechtzuerhalten. Viele haben zudem Probleme, sich zu konzentrieren (30 Prozent), oder sich mit Kolleginnen und Kollegen abzustimmen (27 Prozent).
Einsparpotenzial durch KI weitgehend ungenutzt
Obwohl der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung künftig mehr und mehr zum Arbeitsalltag gehört, sagen 58 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen zu den Nachzüglern bei der Digitalisierung gehöre. Nur rund die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent), in denen die Befragten arbeiten, nutzt bereits Automatisierung, um Arbeitsabläufe einfacher oder effizienter zu gestalten. KI-Tools wie ChatGPT setzen nicht einmal drei von zehn Unternehmen (29 Prozent) ein.
Unternehmen schöpfen somit noch nicht das Potenzial von KI aus. Das allerdings wünschen sich die Beschäftigten: Rund vier Fünftel (79 Prozent) der Befragten sagen, dass Automatisierung einen positiven Einfluss auf ihre Produktivität haben könne. Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) glaubt, durch Automatisierung zwei bis vier Arbeitsstunden pro Woche einsparen zu können. Als weitere Vorteile nennen die Befragten: Automatisierung und KI könnten den Einsatz von Ressourcen optimieren (59 Prozent) und dazu beitragen, dass sich Beschäftigte besser auf wichtige Dinge fokussieren können. Aus Sicht der Befragten wäre KI besonders in den Bereichen transparente Kommunikation (78 Prozent), Automatisierung von Routineaufgaben (76 Prozent), Standortflexibilität (69 Prozent), Reduzierung von Meetings und E-Mails (65 Prozent) nützlich.
Auch mentales Wohlbefinden steigert Produktivität
Nicht nur der Einsatz von Technologien steigert die Produktivität von Mitarbeitenden, auch das mentale Wohlbefinden und deren Zufriedenheit sind wichtige Faktoren für die Produktivität. Mehr als vier Fünftel (82 Prozent) der Befragten geben an, dass es ihre Produktivität steigert, wenn sie sich in ihrem Unternehmen wohlfühlen. Jedoch empfinden zwei Fünftel (39 Prozent) Druck, ihren Kollegen und Kolleginnen und ihren Führungskräften zu zeigen, dass sie bei der Arbeit sind und produktiv arbeiten. Jeder Zweite gibt an, im Büro darauf zu achten, ob seine Kolleginnen und Kollegen tatsächlich arbeiten.
Zudem verspüren zwei Fünftel (41 Prozent) der Befragten hohen Druck, schnell auf Nachrichten antworten zu müssen – selbst dann, wenn diese nach Ende der Arbeitszeit eingehen. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Arbeitnehmenden sagt, dass sie zu viel Zeit in Besprechungen verbringen. Ein Drittel aller Besprechungen könnte laut Befragten abgesagt werden, ohne dass sich dies negativ auf die Arbeit auswirke.
Kirstin Gründel beschäftigt sich mit den Themen Compensation & Benefits, Vergütung und betriebliche Altersvorsorge. Zudem kümmert sie sich als Redakteurin um das Magazin "Comp & Ben". Sie ist redaktionelle Ansprechpartnerin für das Praxisforum Total Rewards.

