Spanien führt Menstruationsurlaub ein

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Update, 17. Februar 2023: Die spanische Regierung hat als erstes europäisches Land einen gesetzlichen Menstruationsurlaub eingeführt. Das neue Gesetz erlaubt es Frauen, die Regelschmerzen haben, bei fortlaufender Bezahlung die Arbeit für den bestimmten Zeitraum niederzulegen. Die linksgerichtete Regierung bezeichnet die Gesetzesverabschiedung als Tabu-Bruch. „Dies ist ein historischer Tag für feministische Fortschritte“, schrieb die spanische Ministerin für Gleichstellung, Irene Montero, auf Twitter.

Originalversion, 13. Mai 2022: Mitarbeiterinnen sollen in Spanien einen Menstruationsurlaub von bis zu drei Tagen pro Monat nehmen dürfen. Das sieht ein entsprechender Gesetzesentwurf vor, den das spanische Parlament in der kommenden Woche verabschieden könnte. Ziel des Menstruationsurlaubs sei es, „dass eine Frau mit einer sehr schmerzhaften Periode zu Hause bleiben kann“, betonte die spanische Staatssekretärin für Gleichstellung, Angela Rodriguez, gegenüber der spanischen Tageszeitung El Periodico.

Wird der Entwurf zum Gesetz, dann ist Spanien das erste westliche Land, in dem es eine solche Regelung gibt. In asiatischen Ländern wie Taiwan oder Südkorea gibt es den Menstruationsurlaub bereits seit längerem.

Erste deutsche Unternehmen führen Menstruationsurlaub ein

In Deutschland gibt es eine solche arbeitsrechtliche Regelung nicht. Frauen hierzulande müssen sich krankmelden, um ihre Arbeit aufgrund von Beschwerden wegen der Periode, niederlegen zu können. Vereinzelt gibt es in deutschen Unternehmen allerdings eine interne Bestimmung zum Menstruationsurlaub.

Allen voran scheinen dabei Start-ups zu sein. Wie das Magazin „Gründerszene“ berichtet, gibt es einen „Period Leave“ oder „Power Days“ beispielsweise beim Krypto-Start-up Nuri und beim Putzmittel-Jungunternehmen Everdrop. „Period Leave war ein indirektes Feedback aus der Belegschaft“, wird Roos Jansen in dem Artikel zitiert. Sie führte als Personalerin bei Nuri den Menstruationsurlaub ein. In Chat-Gruppen hätten Mitarbeiterinnen von Konzentrationsproblemen während Meetings berichtet und von einer verminderten Arbeitsfähigkeit an einzelnen Tagen ihrer Periode berichtet. Ihnen werde nun erlaubt, ihre Arbeit bei Regelschmerzen niederzulegen. Abgerechnet würden die Fehlzeiten als Krankentage.

Daraus leitet sich auch ab, dass in Deutschland ein Menstruationsurlaub zwar ein Symbol für die Akzeptanz vom weiblichen Zyklus darstellen würde, aber aus arbeitsrechtlicher Sicht nicht unbedingt nötig ist. Schließlich können Mitarbeitende in den meisten Unternehmen bei Krankheit oder körperlicher Beschwerden bis zu drei Tage lang ihre Arbeit bei voller Bezahlung niederlegen. Selbst wenn Beschäftigte auf Wunsch ihres Arbeitgebers ab dem ersten Fehltag ein Krankheitsattest benötigen, stellen Ärzte und Ärztinnen ein solches auch aufgrund von Periodenbeschwerden aus. In Spanien ist dies nicht der Fall. Dort gibt es zwar eine Lohnfortzahlung in Krankheitsfällen – allerdings erst ab dem vierten Tag. Bei Menstruationskrämpfen, die meist ein bis zwei Tage andauern, greift diese Regelung nicht.

Wer als Arbeitgeber einen Menstruationsurlaub einführen möchte, muss den Gleichbehandlungsgrundsatz beachten und darf Männer nicht diskriminieren, indem Frauen mehr Urlaubstage gegeben werden. Auch könnte der gut gemeinte Zusatzurlaub zu einer Stigmatisierung der Menstruation führen. Feministen weisen darauf hin, dass Frauen dadurch generell als weniger leistungsfähig gesehen werden könnten. Auch könne der Eindruck entstehen, dass die Periode etwas Unreines ist, für das es keinen Platz in der Wirtschaft gibt. Zudem gibt es Kritik an dem Begriff Urlaub. Wenn jemand aufgrund von Schmerzen Zuhause bleibt, sei dies keinesfalls eine Zeit der Erholung.

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Hintergründe

Mehr zum Thema Menstruationsurlaub lesen Sie hier. 

(Dieser Artikel wurde ursprünglich am 13. Mai 2022 veröffentlicht und am 17. Februar 2023 geupdatet.)

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch das Thema Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit und das HR Forum Banking.