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Studie: Mehr Kündigungen während der ersten 100 Tage im Job

„Selbst den Schreibtisch und den Bürostuhl durfte ich selber montieren“, berichtet ein Teilnehmer einer Studie vom HR-Software-Anbieter Softgarden über das Onboarding. Eine schlechte oder unzureichende Einarbeitung kann zu Konsequenzen führen: Jeder und jede sechste, der oder die kürzlich eine Bewerbung geschrieben hat, hat schonmal während der ersten 100 Tage einen neuen Job gekündigt. Damit ist die Zahl gestiegen: 2018 waren es mit 12 Prozent deutlich weniger. In der aktuellen Studie erweist sich das fehlende oder unzureichende Onboarding als einer der Hauptgründe für die frühen Kündigungen.

Auf die tatsächliche Kündigungsquote während der ersten 100 Tage scheint die Qualifikation einen Einfluss zu haben: Unter Akademikerinnen und Akademikern haben bereits 14 Prozent einen Job frühzeitig verlassen – bei Bewerbern mit Haupt- oder Realschulabschluss sind es 22 Prozent, also 8 Prozentpunkte mehr.

Fast jeder der Befragten legt Wert auf klar formulierte Erwartungen sowie Feedback während des Onboardings. Doch nur die Hälfte bekommt Feedback vom Chef oder der Chefin und 59 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage verstehen die Erwartungen des oder der Vorgesetzten.

Onboarding gut kommunizieren

Dass ein Teil der Beschäftigten bereits während der ersten 100 Tage kündigt, führt zu Problemen, kommentiert der Geschäftsführer von Softgarden Mathias Heese: „Unternehmen investieren heute einen Großteil ihrer Ressourcen in die Gewinnung von neuen Mitarbeitern. Wer dann im Onboarding nicht überzeugt, wird erneut Zeit und Kosten für das Recruiting der gleichen Stelle aufwenden.“

Ein gut kommuniziertes Onboarding spielt für fast die Hälfte eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung für einen neuen Arbeitgeber. Das ist daran zu sehen, dass 16 Prozent der Befragten sich schonmal gegen einen potenziellen Job entschieden haben, weil der Arbeitgeber nicht klar kommuniziert hat, wie das Onboarding ablaufen wird. Überhaupt besprechen Unternehmen das Thema Onboarding kaum im Vorfeld: Nur jede fünfte Stellenanzeige geht ausführlich darauf ein, knapp ein Drittel erwähnen Onboarding gar nicht. Das ergab die Frage, ob das Thema bei dem letzten Jobinserat, das die Teilnehmenden gelesen hatten, behandelt wurde.

Bei der Studie von Softgarden befragte das Unternehmen zwischen Februar und April dieses Jahres 2.160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Alle Befragten hatten sich aktuell auf eine neue Position beworben. Die Umfrage fand online statt.

Stefanie Jansen ist Volontärin in der Redaktion der Personalwirtschaft. Dort betreut sie unter anderem die Newsletter und schreibt Artikel zu verschiedenen Themen.