Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

„Die Höhle der Löwen“: Deal für HR-Start-up Aivy geplatzt

Das Berliner HR-Start-up Aivy hat seine Unternehmensidee in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt. Zunächst auch erfolgreich. Denn das Jungunternehmen konnte die Investoren Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhl von seinem Konzept überzeugen. „Deren Netzwerk im Bildungssektor und Expertise im Aufbau von erfolgreichen Tech-Startups passt ideal zu uns”, äußert Florian Dyballa, Co-Founder und CEO, gegenüber der Personalwirtschaft. Für 450.000 Euro sollten die beiden Investoren einen Anteil von 20 Prozent am Start-up bekommen.

Allerdings platzte der Deal nach der Show. Wie Dyballa gegenüber der Gründerszene sagt, hätten Gründer und Investoren unterschiedliche Vorstellungen bei der „konkreten Ausgestaltung der Meilensteine“ gehabt. Laut Gründerszene habe dies vor allem an einem Altgesellschafter gelegen, der sich quergestellt hat.  

In der Personalwirtschaft haben wir Aivy bereits im April 2021 vorgestellt. Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir hier noch einmal das Porträt: 

Aivy ist eine Ausgründung der Freien Universität Berlin und ging im Januar 2020 offiziell an den Start. Die Hauptstädter bieten spielerisch verpackte psychologische Testverfahren für die Personalauswahl an. Mit dem Tool können Kandidaten eigene Potenziale erkunden und ein individuelles Stärkenprofil anlegen. Alle Verfahren werden anhand der Norm für Eignungsdiagnostik (DIN 33430) entwickelt und fortlaufend optimiert.  

„Viele Entscheider wollten mit Beginn der Corona-Pandemie erst einmal abwarten oder waren mit Themen wie dem Kurzarbeitergeld beschäftigt“, erinnert sich Florian Dyballa, Wirtschaftspsychologe und Managing Director bei Aivy. Später habe vor allem das Social Distancing geholfen, das Start-up voranzubringen, denn dadurch sei die allgemeine Bereitschaft zur Digitalisierung bisher analoger HR-Prozesse gestiegen.

Bereits im Mai 2020, also nur wenige Monate nach der Gründung, erhielt das Jungunternehmen eine halbe Million Euro als Pre-Seed-Finanzierung von einem Netzwerk aus Business Angels. Neben dieser Finanzierung zählt Florian Dyballa auch einen anderen Moment zu den Highlights im Gründungsjahr: „Das war schon ein gutes Gefühl, als wir den ersten DAX-Konzern als Kunden auf unserer Website veröffentlichen konnten.“ Aber nicht nur Großkonzerne wie Fresenius oder Beiersdorf nutzen das Tool von Aivy, sondern auch Start-ups oder KMUs. 

Spielerisch auch zur Betrugserkennung? 

Das Gründerteam von Aivy in der TV-Show v.l.n.r.: David Biller, Arbnor Raci, Florian Dyballa und Boas Bamberger (Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer)

„Aufwind erhalten wir insbesondere dadurch, dass unsere diagnostischen Verfahren zukünftig eine zuverlässige Betrugserkennung ermöglichen”, ist sich Dyballa sicher. Dies sei ein Bedenken, das eine Reihe von Unternehmen im Zusammenhang mit Online-Assessments hätten. Unterstützt durch das Bundeswirtschaftsministerium testete Aivy einen Ansatz, bei dem die Game-based Assessments bei jedem Kandidaten einen „Behaviourial Fingerprint” erkennen – dieser beschreibt die Art, wie sich jemand bei den Tests verhält. So kann ausgeschlossen werden, dass eine andere Person das Verfahren durchläuft. „Und zwar ohne eine Video- oder Audioaufzeichnung, wie es andere Anbieter machen”, betont der Managing Director von Aivy. 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft und schreibt off- und online. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Arbeitsrecht, HR-Start-ups und Recruiting.