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Azubi-Stellen – Hauptschüler fallen immer mehr durchs Raster

Die gemeinsame Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern enthält rund 44.000 offene Ausbildungsangebote. Doch auf 61,6 Prozent der freien Azubi-Plätze können sich Absolventen von Hauptschulen gar nicht bewerben, weil sie die formalen Anforderungen nicht erfüllen.

Hotel und Gastronomie klagen über fehlende Bewerber und schließen Hauptschüler aus

Vor allem die Hotel- und Gastronomiebranche, die oft darüber klagt, Lehrstellen nicht besetzen zu können, zieht Jugendliche mit Hauptschulabschluss als Auszubildende häufig gar nicht in Betracht. Mehr als 60 Prozent der Azubiplätze für Hotelfachkräfte und mehr als 40 Prozent der Lehrstellen für Restaurantfachkräfte sind jungen Menschen mit Hauptschulabschluss von vornherein verschlossen.

Auch im gewerblich-technischen Bereich kaum Chancen

Auch im gewerblich-technischen Bereich haben Jugendliche mit Hauptschulabschluss schlechte Chancen. So sind 85,4 Prozent der Ausbildungsplatzangebote bei den Mechatronikern, 47,1 Prozent bei den Zerspanungsmechanikern und immerhin noch 22,7 Prozent bei den Anlagenmechanikern nicht für Hauptschulabsolventen offen. Bei den Bank- und Büroberufen tendieren die Chancen der Hauptschulabsolventen sogar gen Null. Die Ausschlussquote im Bereich Büromanagement liegt bei 91,2 Prozent, bei den Industriekaufleuten bei 92,8 Prozent und im Groß- und Außenhandel bei 93,2 Prozent. Das sind Ergebnisse einer DGB-Studie, für die die offenen Ausbildungsplatzangebote der bundesweiten IHK-Lehrstellenbörse ausgewertet wurden.

“Es passt nicht zu den ewigen Klagen über den vermeintlichen Fachkräftemangel, dass viele Unternehmen junge Menschen mit Hauptschulabschluss von vornherein aus der betrieblichen Ausbildung ausgrenzen”, kommentiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack das Verhalten vieler Betriebe. “Die sinkende Zahl der Ausbildungsverträge in Deutschland lässt sich nicht allein mit dem Akademisierungstrend begründen. Zu viele Betriebe setzen immer noch auf eine Bestenauslese”, so Hannack. Wer künftig seinen Fachkräftenachwuchs sichern wolle, müsse verstärkt Jugendliche mit Hauptschulabschluss ausbilden.

Weitere Informationen mit der Möglichkeit zum Download der Studie gibt es hier.

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