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Welche Fach- und Führungskräfte am meisten verdienen

Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland liegt derzeit bei rund 58.790 Euro. Das ergibt sich aus der Analyse der Gehälter von rund 128.000 qualifizierten Arbeitnehmern in Vollzeit, die von Oktober 2018 bis Oktober 2019 erhoben wurden. Alle genannten Gehälter sind durchschnittliche Bruttojahresgehälter inklusive variabler Bezüge.

Einen merklichen Unterschied gibt es zwischen Fachkräften (ohne Personalverantwortung) und Führungskräften (mit Personalverantwortung): Während erstere jährlich 50.320 Euro brutto inklusive variabler Bezüge verdienen, bekommen Führungskräfte im Mittel 74.740 Euro.

Mehr Personalverantwortung gibt höheres Gehalt

Das Gehalt steigt, je mehr Mitarbeiter der Person unterstellt sind. Leiter kleiner Abteilungen mit einem bis vier Unterstellten können 63.700 Euro Jahresbruttogehalt verbuchen. Bei 15 bis 49 Mitarbeitern verdient die Führungskraft im Schnitt schon 82.900 Euro. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt deren, die für mehr als 100 Mitarbeiter Verantwortung tragen, ist mit 111.720 Euro schon sechsstellig.

Zudem lässt sich ein Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Durchschnittsgehalt feststellen. In kleinen Unternehmen bis 500 Mitarbeiter verdienen Fach- und Führungskräfte 52.870 Euro brutto jährlich, in mittleren (501 bis 1000 Mitarbeiter) mit 60.800 Euro schon deutlich mehr. Die höchsten Gehälter bekommen sie in großen Unternehmen (über 1000 Mitarbeiter) mit 69.560 Euro.

Arbeitsmarkt-Experte: “Kein Wunder, dass Schlüsselbranchen gut bezahlen”

Wer als Fach- oder Führungskraft viel Geld verdienen will, sollte einen Job im Bankensektor oder den größten verarbeitenden Industrien in Deutschland angeben. Dort können qualifizierte Arbeitnehmer nämlich die höchsten Bruttodurchschnittsgehälter verbuchen. Ganz vorne rangiert der Bankensektor mit 69.700 Euro im Jahr. Wohl auch deshalb ist die Bankenhochburg Frankfurt am Main die deutsche Stadt mit den höchsten Gehältern in der Studie (siehe nächster Absatz). Dicht folgen die Pharmaindustrie (69.520 Euro), die Autobauer und ihre Zulieferer (68.780 Euro), die chemische Industrie (66.970 Euro) und die Konsum- und Gebrauchsgüter-Herstellung (65.790 Euro).

Für die Studienmacher ist das keine Überraschung. “Gerade Automobil- und Bankenindustrie stehen derzeit unter massivem Veränderungsdruck. Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, benötigen sie hochqualifizierte Mitarbeiter”, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei Stepstone. In der Folge verschärfe sich der Wettbewerb um die richtigen Mitarbeiter, das sorge für stabile bis steigende Gehälter.

In Frankfurt am Main wird am besten gezahlt

Die durchschnittlichen Gehälter unterscheiden sich auch nach Region. Bei den Bundesländern ist der Süden ganz vorne dabei. Allen voran Hessen, wo Fach- und Führungskräfte durchschnittlich 64.340 Euro brutto im Jahr verdienen. Gehaltstreiber in dem Bundesland dürfte Frankfurt am Main sein. Die Mainmetropole führt die bundesweite Städtewertung mit 70.970 Euro an. Bei den Bundesländern auf den Plätzen zwei und drei liegen Bayern (62.240 Euro) und Baden-Württemberg (61.680 Euro). Bei den Stadtstaaten führt Hamburg mit 59.110 Euro. Am wenigsten verdienen Fach- und Führungskräfte im Osten der Republik. Ganz hinten im Ranking liegen Sachsen-Anhalt (46.890 Euro), Brandenburg (46.580) und Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern (45.140 Euro).

Bei den Städten folgen auf Spitzenreiter Frankfurt die Hauptstädte der beiden anderen Top-Bundesländer: München mit 67.430 Euro und Stuttgart mit 66.440 Euro. Die viertplatzierte Stadt liegt ebenfalls in Baden-Württemberg: In Ulm verdienen die Befragten durchschnittlich 65.210 Euro brutto jährlich.

Studieren lohnt sich – vor allem Medizin

Von Beginn an werden Akademiker besser bezahlt als Nicht-Akademiker. Die Arbeit von Berufsanfängern mit Uniabschluss, die unter zwei Jahre Berufserfahrung haben, wird durchschnittlich mit 46.090 Euro brutto im Jahr vergütet, während sich Berufsanfänger ohne akademische Bildung mit 34.440 Euro begnügen müssen. Bei Arbeitnehmern mit sechs bis zehn Jahren Berufserfahrung beläuft sich der Gehaltsunterschied schon auf 20.000 Euro, bei den ganz Erfahrenen (über 25 Jahre Berufserfahrung) verdienen Akademiker durchschnittlich 35.000 Euro mehr als ihre nicht akademisch gebildeten Kollegen.

Bei den profitabelsten Studienfächern rangiert Medizin ganz vorne: Wer ein medizinisches Fach studiert hat, verdient im Schnitt 92.220 Euro. Auch Jura-Absolventen (77.880 Euro) und Arbeitnehmer mit Abschlüssen in Wirtschaftsingenieurwesen (72.440 Euro), Ingenieurwissenschaften (70.880 Euro) und Wirtschaftsinformatik (70.320 Euro) sind in überdurchschnittlich hoch honorierter Beschäftigung.


Die Gehaltsangaben sind für eine verbesserte Lesbarkeit auf Zehn-Euro-Schritte gerundet. Die gesamte Studie – auch mit der Auswertung für einzelne Berufsgruppen – können Sie › hier einsehen und herunterladen.