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SAP-Mitarbeitende sind unzufrieden mit Gehaltserhöhung

Beim Softwarekonzern SAP wird debattiert: Zahlreiche SAP-Mitarbeitende haben ihren Unmut über die geplante Gehaltserhöhung zum Ausdruck gebracht. Das Unternehmen hatte bei einer Mitarbeiterversammlung Ende Januar mitgeteilt, dass der Lohn der Beschäftigen in diesem Jahr um 2,7 Prozent steigen werde. Damit liegt die Gehaltserhöhung unter der Inflationsrate in Deutschland, die derzeit 3,1 Prozent beträgt. Das entfachte eine Diskussion. Zuerst berichtete das Handelsblatt darüber.

Demnach fing Betriebsratschef Klaus Merx auf der Mitarbeiterversammlung eine „deutliche Ernüchterung“ der Belegschaft ein. Die Mitarbeitenden des Softwarekonzern hätten sich etwas Besseres erhofft. Vor allem auch, da zuvor in internen E-Mails eine großzügige Entlohnung angedeutet worden sei. Die Gehaltssteigerung sei allerdings höher als im Jahr zuvor. 2021 habe sie bei 1,2 Prozent und damit zwar unter der damaligen Inflationsrate gelegen, sei aber wohl nicht an das gute Betriebsergebnis von 8,41 Milliarden Euro angepasst gewesen. Der Vorstand habe die verhaltene Gehaltserhöhung damals mit der Unsicherheit durch die Corona-Pandemie begründet.

SAP-Personalchef bleibt standhaft

Personalchef Cawa Younosi weist die Kritik der Mitarbeitenden zurück. SAP würde bei jedem neu auszugebenden Euro, einen „Rekordwert“ von 48 Cent in die Mitarbeitervergütung investieren, schreibt Younosi in einem Linkedin-Post. Auch werde bei der Zuweisung des Gehaltserhöhungsbudgets nach dem Leistungsprinzip vorgegangen. Konkret hieße das: Die Führungskräften der einzelnen Abteilungen könnten einzelne Mitarbeitende höher vergüten als andere. In Folge dessen werde sich die 2,7-prozentige Gehaltserhöhung nicht auf dem Konto aller Mitarbeitenden widerspiegeln.

Merx erwartet Zugewinne für Gewerkschaften bei Betriebsratswahl

Die derzeitige Gemütslage innerhalb der Belegschaft des Softwarekonzern könne bei der bevorstehenden Betriebsratswahl zum Ausdruck kommen. Wie er dem Handelsblatt sagte, erwartet Klaus Merx in Folge der Debatten um die Gehaltserhöhung einen Zuwachs der Gewerkschaften im Gremium der Arbeitnehmervertretung.

Bisher hatte SAP meist als beliebter Arbeitgeber auf sich aufmerksam gemacht. Das Unternehmen kann sich mit einer niedrigen Fluktuationsrate seiner Mitarbeitenden von 1,5 Prozent schmücken, wie Personalchef Younosi erklärte. Dennoch spürt das Unternehmen auch als größter Softwarekonzern Europas den Fachkräftemangel, der in der IT-Branche besonders starkausgeprägt ist. Weltweit zählte das Unternehmen mit Hauptsitz im baden-württembergischen Walldorf zum Stichtag 31. Dezember 2021 107.415 Mitarbeitende.

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Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig. Im Frühjahr 2022 arbeitet er zeitweise für die Personalwirtschaft.