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Steuererhöhung fördert Teilzeitarbeit

Eine Erhöhung der Steuern kann den Unternehmen wichtige Arbeitskräfte nehmen – zumindest wenn man der aktuellen schwedischen Studie „The Ability Gradient in Tax Responsiveness“ Glauben schenkt. Diese besagt, dass vor allem kognitiv intelligente Fachkräfte auf sich ändernde Einkommenssteuergrenzen reagieren und dementsprechend ihre Arbeitszeit reduzieren. Sprich: Wenn die Steuern erhöht werden und die Mitarbeitenden damit mehr Abgaben und weniger Nettoeinkommen für dieselbe Arbeit haben, gehen einige von ihnen in Teilzeit.

Damit hätte eine Steuererhöhung gleich zwei negative Effekte: Zum einen arbeiten einige Beschäftigte dadurch weniger. Zum anderen sorgt sie dafür, dass vor allem diejenigen weniger Stunden pro Woche tätig sind, die intelligent sind. Als intelligent wurden von den Studienautoren Menschen angesehen, die beim Wehrpflichtstest für das schwedische Militär hinsichtlich logischem und räumlichem Denken, technischem Verständnis und Textverständnis gut abgeschnitten haben oder diejenigen, die gute Noten in der Schule hatten. Diese Daten stellten die Autoren der Studie denen aus den Steuerregistern gegenüber.

Der Weg in die Selbstständigkeit als Konsequenz

Doch Mitarbeitende reduzieren nicht nur ihre Stunden, um Steuern zu sparen. In manchen Fällen gehen sie auch bewusst in die Selbstständigkeit. Und zwar dann, wenn es ihnen mit dem Gehalt des Arbeitgebers nicht gelingt, unter die entsprechende Lohnsteuergrenze zu kommen.

Sensibel auf Steueränderungen reagieren der Studie zufolge besonders schlaue Menschen, die als Ärzte, Zahnärzte oder Wissenschaftler ihr Geld verdienen. Tendenziell passen außerdem eher Männer ihre Arbeitszeit und ihre Arbeitsform an steuerliche Änderungen an als Frauen. Ob Mitarbeiterinnen höhere Einkommensabgaben tendenziell egal zu sind oder sie ohnehin meist ein Gehalt beziehen, das nicht an der Grenze liegt, geht aus der Studie nicht hervor.

Weniger Geld haben die Schwedinnen und Schweden nicht unbedingt, wenn sie ihre Arbeitszeit verkürzen und ihr Einkommen unter die Steuergrenze pushen. Denn in Schweden gibt es ein duales Steuersystem. Dabei werden Kapitaleinkommen weniger versteuert als hohe Gehälter vom Arbeitgeber. Somit ist die Strategie vieler Schwedinnen und Schweden, ihre Arbeitszeit und ihr Gehalt zu reduzieren, gleichzeitig aber mehr zu investieren und so am Ende des Monats keinen finanziellen Verlust zu erleiden.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.