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Hitzebedingte Mittagsruhe – was wollen Arbeitnehmer?

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Die Deutschen sind sich uneins über eine hitzebedingte Mittagsruhe. 34 Prozent der Arbeitnehmenden sind für eine lange Mittagspause in der Sommerhitze, 34 Prozent dagegen. Das zeigt eine Umfrage der Jobplattform Monster in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen YouGov Deutschland. Die Erhebung schließt an die öffentliche Diskussion an, in deren Rahmen sich etwa Johannes Nießen, Chef des Amtsärzteverbandes, oder Gesundheitsminister Karl Lauterbach für eine Siesta ausgesprochen haben.

Jüngere Arbeitnehmende sind für eine Siesta

Die Erhebung zeigt, dass verschiedene Generationen das Thema unterschiedlich bewerten. Mit zunehmendem Alter sinkt der Wunsch nach einer Arbeits-Siesta. Die Millennials sehnen sich am meisten nach einer langen Mittagsruhe: Nahezu die Hälfte (44 Prozent) der 25- bis 34-Jährigen wünscht sie sich, während es bei den über 55-Jährigen nur noch 29 Prozent sind.

Auch die Berufserfahrung spielt eine Rolle: Befragte, die noch in Ausbildung oder Studium sind (45 Prozent), befürworten die Siesta mehr als Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und bereits im Berufsleben stehen (abgeschlossene Lehre 33 Prozent, Hochschulabschluss 34 Prozent).

Wer die Arbeit mittags niederlegt, muss die nicht geleisteten Stunden ausgleichen. Hier sind sich die Siesta-Befürworterinnen und -Befürworter auch nicht einig: 40 Prozent würden morgens früher anfangen und abends länger arbeiten. 31 Prozent möchten lieber die frühen Morgenstunden für den Ausgleich nutzen.

Lange Mittagspause nur bei Hitzewellen am Stück

58 Prozent der Befragten, die der Einführung einer Siesta skeptisch gegenüberstehen, befürworten diese nur für Berufsgruppen, die dem Wetter ausgeliefert sind. Dazu zählen etwa Arbeitnehmende auf dem Bau, im Lieferdienst oder bei der Landschaftspflege.

Weitere 54 Prozent können sich nur eine wetterabhängige Siesta vorstellen. So zeigten die vergangenen Wochen, dass die Sommertemperaturen stark schwanken können. 61 Prozent der über 55-Jährigen und 45 Prozent der 18-34-Jährigen können sich vorstellen, eine Siesta nur bei großen Hitzewellen am Stück einzuführen.

32 Prozent der Befragten, die unsicher gegenüber der Einführung einer Siesta sind, finden die Idee grundsätzlich gut, möchten aber nicht, dass sich ihre Arbeitszeiten dadurch verschieben. 18 Prozent befürchten, dass die Verschiebung der Arbeitszeiten mit den Betreuungszeiten von Kindern oder Angehörigen kollidiert. Neue Arbeitszeiten sind daher vor allem für jüngere Arbeitnehmende ein Problem:  52 Prozent der 18-34-Jährigen wollen die Arbeitszeit nicht verschieben.

Info

Tim Stakenborg war bis Sommer 2024 Redakteur bei der Personalwirtschaft.