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Ex-DPP-Gewinner verraten: Das braucht es für ein erfolgreiches HR-Projekt

Die beste Idee bringt nichts, wenn die Rahmenbedingungen für ihre erfolgreiche Umsetzung nicht gegeben sind. Was es braucht, um HR-Projekte zum Erfolg zu führen, haben beim diesjährigen Deutschen Personalwirtschaftspreis (DPP) ehemalige Gewinnerinnen und Gewinner der Trophäe verraten.  

Denn zusätzlich zu kreativen Konzepten muss – da waren sich die fünf ausgewählten Ex-Preisträgerinnen und -Preisträger einig – Rückenwind, Vertrauen und Gestaltungsspielraum von der Geschäftsführung gegeben sein. „Wenn HR es schafft, alle CEOs mitzunehmen und beide Seiten erkennen, dass man auf einer Augenhöhe ist, dann klappt eine Projektumsetzung“, sagt David Schülke, Director HR beim Arbeitsbekleidungshersteller Engelbert Strauss. Schülke gewann mit seinem HR-Team 2021 den DPP für ein Azubi-Recruiting mittels einer virtuellen Campus-Tour und einer großangelegten dazugehörigen Social-Media-Kampagne. Neben dem Vertrauen der Geschäftsführung sei zudem ein hoher eigener Anspruch an sich selbst als Personaler und Personalerin wichtig. Die Recruiting-Kampagne war laut Schülke nur so erfolgreich, weil das HR-Team seinem eigenen Anspruch gerecht werden wollte, Innovationsträger im Unternehmen zu sein.

Herausforderungen als Innovationstreiber sehen

Für ein Ausbildungsprojekt hatte auch der Großhändler AXRO den DPP erhalten – allerdings 2020. Die Personalerinnen und Personaler rund um Anke Killat, Head of Human Resources, lassen die Recruiting-Prozesse der neuen Auszubildenden von Azubis gestalten, die sich im zweiten Lehrjahr befinden. Das nun im Unternehmen etablierte Projekt sei aus der Not heraus entstanden, weil Killat nach neuen Wegen gesucht hat, die Aufmerksamkeit junger Menschen auf Stellenausschreibungen des Unternehmens zu lenken. Sie selbst sei zu weit weg von der Zielgruppe, um zu wissen, wie die Zielgruppe kommuniziert.

Dass sich HR-Projekte an aktuelle Gegebenheiten – vor allem den Arbeitsmarkt und darauf basierende Bedürfnisse der Zielgruppe – anpassen müssen, betonte Katrin Sünderhauf, Head of Recruiting Principles, Global Recruiting and Gobal Recruiting IT bei der Deutschen Bahn. „Wir bemühen uns, immer wieder einen neuen Claim für unser Recruiting zu finden“, sagte sie. Die eigenen Projekte müssten mit Blick darauf immer wieder „unter die Lupe “ genommen werden.

2017 lautete der Claim „Willkommen, du passt zu uns!“ und wurde mit dem DPP ausgezeichnet. Nun haben ihre Kollegen und Kolleginnen für die Initiative „Women@DB“ den Preis erhalten. Damit der Claim auch wirklich bei der Zielgruppe ankommt, riet Sünderhauf: „Arbeitet aus einer Hand und direkt mit den Führungskräften aus dem Business zusammen, lasst euren Recruiterinnen und Recruitern freie Hand und nutzt die IT.“

Alles steht und fällt mit dem Team

Die IT verwenden, um gute HR-Arbeit zu praktizieren, macht auch seit Jahren der Technologiekonzern Heraeus. Doch als deren Personalteam kurz vor 2016 mehr als 30 Einzelprojekte im People-Bereich digitalisierte, glich dies, wie Martina Gieg, Group HR Officer des Unternehmens es nannte, einer „Operation am offenen Herzen“. „Es war ein Kraftakt, für den man ein sehr gutes Team braucht“, sagte Gieg. Der Einsatz hat sich gelohnt. Denn für das Digitalisierungsprojekt hat Heraeus nicht nur 2016 den DPP erhalten, sondern ist nun auch auf dem Weg, HR-Daten vom Handy aus abrufbar zu machen. Denn gute HR-Projekte sollten stetig weiterentwickelt werden.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung ist auch beim Beratungs- und Softwareentwicklungs-Unternehmen itemis essenziell. Für ihr Weiterbildungsprojekt „Vier plus eins“ wurde deren HR-Team 2010 mit dem DPP ausgezeichnet. Das Konzept: Vier Tage arbeiten die Beschäftigten für die Kunden, den fünften Arbeitstag in der Woche nutzen sie für Weiterbildung und internes Teambuilding.

„Wir möchten ganz vorne mitarbeiten und uns ständig weiterentwickeln“, sagte Olaf Burkart, Vice President Operations. Das sollte auch der Antrieb von HR sein, sagte Martina Gieg von Hereaus. Das Ziel, mit eigenen Projekten HR-Szene mitzugestalten, als auch unternehmensintern in der ersten Reihe zu sitzen, könne Personalerinnen und Personaler zu Höchstkräften beflügeln.  

 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.