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Was bedeutet die Zeitumstellung für den Arbeitgeber?

In der Nacht vom 26. zum 27. März beginnt die Sommerzeit. Damit wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Die Zeitumstellung stiehlt den Menschen nicht nur eine Stunde Schlaf, sondern macht auch Nachtschichten eine Stunde kürzer. Arbeitgeber, die ihre Mitarbeitenden in Schichtmodellen arbeiten lassen, sehen sich dadurch mit Fragen zur Arbeitszeit und Vergütung konfrontiert. Müssen Beschäftigte die fehlende Arbeitsstunde nachholen? Und wird das Gehalt entsprechend angepasst?

Generell sind hierbei Arbeits- und Tarifverträge sowie Betriebsvereinbarungen ausschlaggebend. In diesen sollten Regelungen für Überstunden(vergütung) sowie den speziellen Fall der Zeitumstellung während einer Schicht enthalten sein. Darunter fällt auch, ob Überstunden mit der monatlichen Bruttomonatsvergütung abgegolten werden oder ob sie ausgeglichen beziehungsweise mit einem Geldbetrag honoriert werden müssen.

Das betont auch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 11. September 1985. Dieses besagt: Das BAG sieht im Falle regelmäßiger Schichtsysteme ein „berechtigtes Interesse“ des Arbeitgebers, eine Regelung zu treffen, denn nur so können Überschneidungen zwischen den Schichten vermieden werden. Gibt es solche Vereinbarungen nicht, kann eine Interessenabwägung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgen.

Was die Vergütung angeht, ist grundsätzlich entscheidend, ob der oder die Angestellte ein monatliches Bruttoeinkommen erhält, oder pro Stunde bezahlt wird. Ist letzteres der Fall, bekommt der Schichtarbeiter oder die Schichtarbeiterin die fehlende Arbeitsstunde nicht vergütet.

Fehlende Stunde muss nicht nachgearbeitet werden

Nachgeholt werden muss die fehlende Stunde nicht. Während der Arbeitgeber im Winter befugt ist, die zusätzliche Stunde anzuweisen, kann im Sommer nicht verlangt werden, dass die fehlende Stunde gutgemacht wird.

Beim Übergang in die Winterzeit kommt die eine Stunde Mehrarbeit nicht in Konflikt mit dem Arbeitszeitgesetz. Die Nachtarbeit darf zwar generell nicht länger als acht Stunden dauern, Ausnahmen von bis zu zehn Stunden sind allerdings möglich, wenn die durchschnittliche Arbeitszeit von acht Stunden pro Tag innerhalb eines Monats nicht überschritten wird.

All diese Fragen rund um die Zeitumstellung könnten bald der Vergangenheit angehören. Denn das EU-Parlament hat bereits beschlossen, die unterschiedlichen Zeitmessungen im Winter und Sommer abzuschaffen. Umgesetzt wurde dieser Beschluss bisher nicht. Der Grund: Die EU-Staaten sind sich uneinig darüber, was die neue Standardzeit sein soll.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.