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Immer weniger der Mütter arbeiten in Vollzeit

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Immer mehr Arbeitgeber bemühen sich um familienfreundliche Arbeitsstrukturen und Diversitätsförderung. Gerade deshalb ist eine Erkenntnis der aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamts (Destatis) überraschend: 2022 hat ein kleinerer Anteil der Mütter in Vollzeit gearbeitet als es noch 1997 der Fall war. Im vergangenen Jahr waren rund 20 Prozent der Frauen mit Kindern in Vollzeit tätig, 1997 waren es 26 Prozent.

Gleichzeitig ist die Erwerbstätigenquote von Frauen gestiegen. 2022 waren mehr der Mütter Teil des deutschen Arbeitsmarkts als 15 Jahre zuvor (69 Prozent gegenüber 58 Prozent). Auf Basis dieser Erkenntnisse überrascht es nicht, dass im vergangenen Jahr das am meisten verbreitete Modell von erwerbstätigen Eltern dieses war: Der Vater arbeitet in Vollzeit, während die Mutter in Teilzeit tätig ist. In 44 Prozent der Haushalte mit Kindern war dies der Fall. 1997 überwog noch ein anderes Modell: Der Vater arbeitete in Vollzeit und die Mutter war nicht erwerbstätig (36 Prozent).

Alter des Kindes spielt eine Rolle

Ob die Mütter arbeiten, hängt auch stark vom Alter ihres Kindes ab. Je älter der Nachwuchs ist, desto eher gehen die Frauen einer bezahlten Tätigkeit nach. So arbeiteten 2022 nur 13 Prozent der Mütter mit einem Kind, das noch jünger als ein Jahr alt ist. Hat ihr Nachwuchs das Alter von einem bis drei Jahren erreicht, nehmen schon 54 Prozent eine bezahlte Tätigkeit auf. Abhängig ist die Erwerbstätigenquote der Mütter sowie deren Vollzeitquote auch von der Region. In den ostdeutschen Bundesländern sind beide Quoten schon immer höher gewesen als in den westdeutschen Gebieten. Der Abstand zwischen Ost und West hat sich aber verringert.

Wie sieht es auf der Seite der Väter aus? Genau wie bei den Frauen ist der Anteil der Männer gestiegen, der Kinder hat und arbeitet. Allerdings nicht so stark (von 89 auf 92 Prozent). Hier gibt es jedoch regionale Unterschiede. So ist etwa die Erwerbstätigenquote von Vätern in Südheide (nordöstlich von Hannover und südöstlich von Bremen) um 5 Prozentpunkte gesunken. Verringert hat sich auch der Anteil der Väter, die in Vollzeit arbeiten. Allerdings nur gering – etwa von 98 Prozent 1997 auf mehr als 90 Prozent 2022 (je nach Region unterscheidet sich der Wert leicht).

Info

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch Themen aus den Bereichen Recruiting, Employer Branding und Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit.