Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Statt Gehaltserhöhung: Diese Benefits sind bei Mitarbeitern beliebt

Zahlreiche Arbeitgeber befinden sich in einer Misere: Auf der einen Seite wollen und müssen sie Talenten vor allem auch in Zeiten des Fachkräftemangels attraktive Arbeitsbedingungen bieten und dafür Geld in die Hand nehmen – gerade auch, um höhere Gehälter zahlen zu können. Auf der anderen Seite haben viele Unternehmen das dafür nötige Budget aufgrund von Corona-Pandemie und Inflation nicht übrig. Das geht aus der Befragung „Karrierewachstum und Weiterbildung“ hervor, die im Auftrag von Docebo, einem Anbieter von KI-gestützten Lernmanagementsystemen (LMS), im Dezember 2022 unter rund 1.6000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland, Italien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich durchgeführt wurde.

Die Studienverfasserinnen und -verfasser raten Unternehmen, die in dieser Zwickmühle sind, sich auf andere Faktoren zu fokussieren, die ebenfalls zur Mitarbeiterbindung beitragen. So erhöhen etwa eine gute Unternehmenskultur und ein gutes Management sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeitende bei einem Arbeitgeber bleiben.

Zu niedriges Gehalt immer noch Kündigungsgrund Nummer eins

Die Details der Studie: Wenn es um die essentiellsten Kündigungsgründe geht, spielt immer noch das Geld die wichtigste Rolle: Rund drei von vier der Befragten hierzulande (73 Prozent) – und damit die große Mehrheit – nannten ein zu niedriges Gehalt als Motiv, das Unternehmen zu verlassen. Auch in Frankreich, Italien und Großbritannien ist eine unzureichende Bezahlung der entscheidende Faktor.

Der zweitwichtigste Kündigungsgrund sind unterbesetzte Teams; etwas mehr als ein Drittel der deutschen Beschäftigten (35 Prozent) gab dies an. Nur knapp dahinter folgt auf Platz drei mit 33 Prozent eine schlechte Unternehmenskultur. Während von den hiesigen Beschäftigten 30 Prozent auch ein schlechtes Management als Kündigungsmotiv anführen, liegt dieser Anteil in den anderen Ländern höher, in Italien bei 52 Prozent.

Weiterbildung und -entwicklung als Tool zur Mitarbeiterbindung

Ein weiteres Befragungsergebnis zeigt, dass Weiterbildung und -entwicklung für die Mitarbeitenden einen hohen Stellenwert haben. Fast drei Viertel der deutschen Befragten (71 Prozent) sagen, dass sie sich eher für ein Unternehmen entscheiden würden, bei dem kontinuierliche Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten ganz oben auf der Agenda stehen. Mehr als jeder zweite Befragte (54 Prozent) gibt an, innerhalb eines Jahres einen Jobwechsel zu erwägen, wenn der aktuelle Arbeitgeber keine Lernoptionen oder Schulungen zur Unterstützung ihrer Karriereentwicklung anbietet oder diese einschränkt.

Kontinuierliche Möglichkeiten für Learning and Development, die auch die Arbeitsplatzkultur verbessern, seien daher von essenzieller Bedeutung, folgern die Studienverfasserinnen und -verfasser. Nur damit werde es Unternehmen möglich sein, Personal zum Bleiben zu bewegen und neue Fachkräfte zu gewinnen. Schließlich böten Lern- und Entwicklungsprogramme auch eine eindeutige Kapitalrendite und beeinflussten das Unternehmensergebnis positiv.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.