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Weniger Karrierechancen durch Homeoffice?

Die Mehrheit der Deutschen ist überzeugt, dass das vollständige oder teilweise Arbeiten im Homeoffice keine Nachteile für das berufliche Fortkommen hat. Jeder Fünfte ist allerdings der Meinung, dass sich die Karriere von Beschäftigten, die zuhause ihrer Tätigkeit nachgehen, nicht so gut entwickelt wie bei jenen, die im Firmenbüro arbeiten. Das sind Ergebnisse einer Befragung der Marktforscher von Yougov im Auftrag von Enreach, einem Anbieter von Unified-Communications- und Cloud-Contact-Center-Lösungen.

An der Online-Umfrage nahmen im April dieses Jahres 2.069 Personen teil, davon 548, die ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiten. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren, da aber nur etwa ein Viertel der Befragten tatsächlich über Erfahrungen mit Telearbeit verfügt, handelt es sich überwiegend um Fremdeinschätzungen.

Jeder Zweite findet Kommunikation mit Vorgesetzten im Homeoffice nicht eingeschränkt

Von Vorgesetzten gesehen zu werden und mit ihnen in Kontakt zu bleiben, ist für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Homeoffice besonders wichtig, wenn es um die Karriere geht. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) vertritt die Ansicht, dass die Kommunikation mit Vorgesetzten bei Beschäftigten im Homeoffice weder besser noch schlechter ist als bei jenen, die vor Ort arbeiten. Bezüglich der Kommunikation mit Kollegen und Kolleginnen geben dies 43 Prozent an. Gut ein Viertel (27 Prozent) sieht jedoch eine Verschlechterung der Kommunikation mit Vorgesetzten und ein Drittel (33 Prozent) gibt an, dass der Austausch unter Kollegen und Kolleginnen darunter leidet – andere Umfragen zeigen, dass Letzteres der negativste Aspekt von Remote Work ist.

Was die externe Kommunikation mit Kunden und Partnern betrifft, hält sie die Hälfte der Befragten (51 Prozent) bei der Arbeit von zuhause aus für unverändert. 21 Prozent denken sogar, dass sich die Kommunikation durch das Homeoffice verbessert.

„Mitarbeiter, die komplett oder teilweise im Homeoffice arbeiten, müssen genauso präsent sein wie Mitarbeiter im Büro. Das ist einerseits eine Herausforderung für Führungskräfte, die alle Beschäftigten unabhängig von ihrem Arbeitsort miteinbeziehen, gleiche Chancen und Rahmenbedingungen für alle schaffen müssen. Auf der anderen Seite sind aber auch die Mitarbeiter selbst gefordert, sich aktiv einzubringen und Kontakt aufzunehmen“,

sagt Dr. Ralf Ebbinghaus, Geschäftsführer von Enreach. Um unabhängig vom Arbeitsort miteinander in Kontakt bleiben und problemlos zusammenzuarbeiten, benötigten Beschäftigte zeitgemäße Technologien, die aber nie zum Selbstzweck werden sollten, so Ebbinghaus.

In der Vergangenheit hatten Studien mehrfach nachgewiesen, dass sich das vollständige Arbeiten im Homeoffice durchaus negativ auf die Karriere auswirken kann – aber eben nicht muss.

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Täglich veröffentlichen zahlreiche Institutionen, Unternehmen und auch einzelne Wissenschaftler, Berater oder Experten unzählige Studien, Statistiken und Auswertungen. Teilweise dienen sie der vermeintlichen Untermauerung des eigenen Daseinszweck, oft enthalten sie aber zumindest interessante Aspekte, die – richtig eingeordnet – die Arbeit auch in der Personalabteilung bereichern können.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.