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Krise wirkt sich negativ auf Wohlbefinden von Azubis aus

Nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie ist kein Ende der durch die Maßnahmen entstandenen wirtschaftlichen Unsicherheit abzusehen. Davon sind auch und insbesondere die Auszubildenden hierzulande betroffen. Die Lehrlinge müssen ihren Alltag organisieren, ohne konkrete Aussichten für ihre Zukunft zu haben, und leiden darunter. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Forschungseinrichtung Ifo-Institut im Auftrag vom Personaldienstleister Randstad vom dritten Quartal dieses Jahres. An der regelmäßig durchgeführten Umfrage nahmen wie jedes Quartal bis zu tausend Personalverantwortliche aus deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen teil.

Befristeter Vertrag

Zwei Drittel der befragten Personalleiter geben an, dass ihr Unternehmen Probleme bei der Besetzung neuer Ausbildungsplätze hat. Rund 15 Prozent berichten, dass sie unbesetzte Lehrstellen haben. Rund drei Viertel der Unternehmen, in denen dieses Jahr Ausbildungen abgeschlossen wurden, haben ihre Azubis anschließend übernommen, davon erhielten allerdings 41 Prozent nur einen befristeten Vertrag – die Zukunftsperspektiven der jungen Menschen sind auch deshalb ungewiss.

Jeder dritten Auszubildende fühlt sich verstärkt unwohl

Bei den Auszubildenden ist eine besorgniserregende Entwicklung zu beobachten. Fast jeder dritte Personalverantwortliche (31 Prozent) sagt, dass sich das Wohlbefinden seiner Auszubildenden negativ verändert hat. 39 sehen keine Verschlechterung. Immerhin jeder Fünfte (21 Prozent) weiß jedoch gar nicht über das Befinden des Nachwuchses Bescheid. Vor allem große Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden machen sich Gedanken: Fast vier von zehn Personalleitern (38 Prozent) sind um die mentale und körperliche Verfassung ihrer Auszubildenden besorgt. Darüber hinaus rechnet über alle Unternehmensgrößen hinweg gut ein Viertel der Befragten (26 Prozent) damit, dass sich die Leistung ihrer Azubis verschlechtert.

Dauerstress und Überlastung wirken sich häufig langfristig auf die Psyche aus. Resilienz über alle Altersgruppen hinweg zu stärken wird daher immer wichtiger,

kommentiert Richard Jager, CEO von Randstad Deutschland, die Situation für Auszubildende.

Hilfsmaßnahmen: Von mehr Technik bis Mentoring

Laut Befragung ergreift der Großteil der Ausbildungsbetriebe inzwischen Maßnahmen, um auf die zunehmende Belastung der Lehrlinge zu reagieren oder ihr vorzubeugen. Mit 57 Prozent unterstützen die meisten Unternehmen ihre Azubis durch Aufrüstung der technischen Ausstattung für Homeoffice und Homeschooling. Was explizite Hilfsangebote für die mentale und körperliche Gesundheit betrifft, so bieten 40 Prozent persönliche Sprechstunden an – vor allem Dienstleistungsunternehmen. Elf Prozent verfügen über Mentorenprogramme. Rund jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) setzt auf die Betreuung durch den Betriebsarzt und circa jeder fünfte Betrieb (19 Prozent) hat besondere gesundheitliche Angebote entwickelt.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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