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Fachkräftemangel: Leader sind mit Personalstrategie unzufrieden

Inzwischen bewerten die Unternehmen hierzulande Besetzungsprobleme als größtes wirtschaftliches Risiko. Mehr als drei Viertel der Entscheider und Entscheiderinnen aus dem Dienstleistungsbereich (78 Prozent) und der Industrie (76 Prozent) geben dies an. Ihre bisherige Personalstrategie sehen sie nicht als hilfreich an, um mit den Schwierigkeiten bestmöglich umzugehen. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Personalberatung Hays zum Workforce Management hervor, für die mehr als 400 Führungskräfte befragt wurden.

Zahlreiche Faktoren führen zu Personalengpässen

Viele Unternehmen können ihren Personalbedarf aktuell nicht sicherstellen. Dafür spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. An erster Stelle steht der Mangel an qualifizierten Fachkräften generell – diesen Aspekt bewerten 50 Prozent der Befragten als stark limitierend. Die geringe Zahl an geeigneten Menschen, die sich auf eigene Stellenanzeigen bewerben, folgt mit 49 Prozent auf Platz zwei. Gleich danach nennen die Befragten nicht planbare Ereignisse wie die Corona-Krise und den Ukraine-Krieg (45 Prozent). Den zunehmenden, aber ungedeckten Bedarf an Spezialwissen, mit dem unter anderem die Digitalisierung oder Automatisierung vorangebracht werden soll, geben 44 Prozent der Unternehmen als Hemmnis an. Es folgen Lieferengpässe (38 Prozent) und alternde Belegschaften sowie fehlende Ressourcen für die Planung und Steuerung des Personalbedarfs (je 37 Prozent). Aber auch etliche andere Faktoren wie die schwankende Auftragslage (31 Prozent) bereiten Arbeitgebern Probleme damit, ihren Personalbedarf zu decken.

Und diese Schwierigkeiten werden laut den Befragten noch länger andauern. Fast die Hälfte der Führungskräfte (46 Prozent) aus Unternehmensbereichen wie Personalwesen und Einkauf geht davon aus, dass der Fachkräftemangel von Dauer sein wird. Nichtsdestotrotz möchte immer noch die Mehrheit der Unternehmen an altbewährten Methoden festhalten, um nötiges Personal zu gewinnen: Jedes zweite Unternehmen (52 Prozent) will mittel- und langfristig an Neueinstellungen festhalten. Knapp die Hälfte (48 Prozent) möchte künftig allerdings stärker externe Fachkräfte einbinden, während sich 43 Prozent der Befragten stärker um die Mitarbeiterbindung kümmern wollen.

Mit eigener Personalstrategie unzufrieden

Angesichts der Besetzungsprobleme ist es umso wichtiger, dass die Unternehmen über eine Personalstrategie verfügen. Gut acht von zehn Befragten (83 Prozent) geben an, dies sei durchaus der Fall, allerdings ist die Hälfte nicht damit zufrieden und sieht deutlichen Verbesserungsbedarf. Tatsächlich besetzen die Unternehmen der befragten Führungskräfte derzeit nur jede zweite neue Stelle anhand strategischer Aspekte, bei der anderen Hälfte erfolgt die Rekrutierung ad hoc. Auffällig ist, dass HR bei etwas mehr als jedem fünften Unternehmen nicht in die strategische Personalplanung einbezogen wird.

Mögliche Lösungen, um den Fachkräftemangel zu verringern Die Unternehmensvertreter und -vertreterinnen wurden außerdem gefragt, welche Maßnahmen sie konkret einsetzen, um die Zahl ihrer Mitarbeitenden zu erhöhen. Rund die Hälfte (53 Prozent) der Bereichs-, Abteilungs- und Teamleitungen gab an, mehr Frauen für vollzeitnahe Jobs gewinnen zu wollen. 44 Prozent bemühen sich, ältere, erfahrene Beschäftigte länger im Unternehmen zu halten. 38 Prozent machen Kompromisse, indem sie Personal einstellen, auch wenn die Qualifikation nicht eins zu eins zum Anforderungsprofil passt. Am höchsten ist dieser Anteil mit 56 Prozent bei Unternehmen im öffentlichen Dienst. Weitere 37 Prozent der Entscheider sagen, dass sie ihre Personalnot beheben wollen, indem sie Fachkräfte aus dem Ausland einstellen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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