Podcasts liegen im Trend. 2024 hören 82 Prozent der deutschen Bevölkerung mindestens einmal im Monat Podcasts. Das zeigt die Podcast-Umfrage 2024 von Appinio im Auftrag von Podstars. Damit sind Podcasts ein fester Bestandteil der täglichen Mediennutzung zahlreicher Menschen. Und sie hören nicht nur fürs Entertainment zu, sondern auch für ihre Karriere.
56 Prozent der Befragten geben an, dass sie Corporate Podcasts zu Trainings- und Weiterbildungszwecken ansprechend finden. Podcasts über Unternehmenskultur und Arbeitsalltag belegen Platz zwei mit 49 Prozent. Dicht dahinter folgen die Themen Onboarding und Wissensmanagement (45 Prozent). Damit steht außer Frage, dass Podcasts sich mittlerweile auch zur Präsentation von Arbeitgebermarken eignen. Diese Entwicklung eröffnet Arbeitgebern innovative Wege, potenzielle Mitarbeitende anzusprechen und die eigene Unternehmenskultur zu vermitteln.
Do: Den Podcast-Trend für Ihr Employer Branding nutzen.
Don’t: Denken, dass ein Unternehmens-Podcast genauso klingen muss wie Ihre Quartalsberichte. Beim Joggen Bilanzzahlen hören kommt nur für sehr spitze Zielgruppen infrage.
Vorteile von Podcasts für die Arbeitgebermarke
Dass Podcasts im Trend liegen, ist eine positive Nachricht für Arbeitgeber. Denn sie ermöglichen es Unternehmen, ihre Kultur auf eine persönliche und authentische Weise zu präsentieren – und genau das macht gutes Employer Branding aus. Durch Interviews mit Mitarbeitenden oder Führungskräften erhalten Zuhörer und Zuhörerinnen einen direkten Einblick in den Arbeitsalltag und die Werte des Unternehmens. Die Stimme verleiht den Botschaften eine emotionale Komponente, die in schriftlichen Formaten oft fehlt.
Der Podcast „Codes und schmerzlos“ von REWE Digital beispielsweise bietet authentische Einblicke in die tägliche Arbeit der Entwickler und IT-Expertinnen. Sie diskutieren über aktuelle Technologietrends und persönliche Erfahrungen, schaffen so ein realistisches Bild der Unternehmenskultur und machen REWE Digital für technikaffine Bewerbende attraktiv.
Do: Echte Mitarbeitergeschichten erzählen lassen.
Don’t: Ein Skript vom Marketing-Team vorlesen lassen, das klingt wie eine KI-generierte Stellenanzeige. Roboter sollten Autos bauen oder Pakete sortieren, nicht Ihre Podcasts produzieren.
Zielgruppenspezifische Ansprache
Auch beim Podcast-Format ist eine zielgruppenspezifische Ansprache wichtig. Ob Berufseinsteiger und Berufseinsteigerin, erfahrene Fachkräfte oder Führungskräfte – für jede Gruppe können maßgeschneiderte Inhalte produziert werden. Themen wie Karrieremöglichkeiten, Work-Life-Balance oder Innovationsprojekte finden so ihr passendes Publikum.
Der Podcast „EY Careers Spotlight“ behandelt neben Karrierethemen auch aktuelle Trends wie New Work, Dekarbonisierung, Blockchain und Künstliche Intelligenz. Themen wie Diversity und die Zukunft der Mobilität zeigen die vielfältigen Möglichkeiten, die EY bietet.
Do: Inhalte auf Zielgruppeninteressen zuschneiden.
Don’t: Einen One-Size-Fits-All Podcast produzieren, der so spannend ist wie die Bedienungsanleitung eines Toasters. Es sei denn, Sie stellen Toaster her – dann wäre das brillant!
Flexibilität und Reichweite von Podcasts im Employer Branding
Podcasts bieten Zuhörerinnen und Zuhörern Flexibilität, da sie Inhalte jederzeit konsumieren können – beim Pendeln, Sport oder zu Hause. Diese Niedrigschwelligkeit fördert es, dass sich Menschen parallel zu anderen Aktivitäten mit der Unternehmenskultur auseinandersetzen, die im Podcast dargestellt wird. Zudem erreichen Podcasts ein globales Publikum, was besonders für international agierende Firmen vorteilhaft ist.
Do: Kurze, knackige Episoden für unterwegs produzieren.
Don’t: Zweistündige Episoden aufnehmen, die selbst Kaffeemaschinen einschlafen lassen. Wenn Ihre Zuhörer oder Ihre Zuhörerinnen beim Joggen einschlafen, haben Sie definitiv etwas falsch gemacht.
Podcast für das interne Employer Branding
Unternehmensinterne Podcasts sind inzwischen auch ein wertvolles Instrument der Mitarbeiterkommunikation. Sie fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl und stärken die Identifikation mit dem Unternehmen. Inhalt könnten regelmäßige Updates der Geschäftsführung, Einblicke in verschiedene Abteilungen oder Erfolgsgeschichten von Kolleginnen und Kollegen sein. Solche Formate können Transparenz und Motivation schaffen.
Dessen ist sich auch Philipp Johann Preißer, Head of Employer Branding bei Decathlon Deutschland und Erfinder des „Diversity Karriere Podcast“ sicher. „Gerade intern entfalten Podcasts eine besondere Wirkung“, erklärt er. „Sie geben Mitarbeitenden eine Stimme, fördern den Wissensaustausch und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Besonders in Zeiten von Remote Work und hybriden Arbeitsmodellen sind Podcasts ein ideales Medium, um die Unternehmenskultur lebendig zu halten und Mitarbeitende emotional einzubinden.“
Do: Interne Erfolgsgeschichten teilen und Mitarbeitende aus verschiedenen Fachbereichen zu Wort kommen lassen.
Don’t: Den Podcast als versteckten Kanal für Unternehmensdirektiven missbrauchen. („Heute im Podcast: Warum Überstunden gut für Ihre Work-Life-Balance sind!“). Das ist in etwa so subtil wie ein Glitzer-Anzug bei einer Tarnübung.
Erfolgsfaktoren für hochwertige Employer-Branding-Podcasts
Wie erfolgreich ein Employer-Branding-Podcast ist, hängt stark von dessen Qualität und Relevanz ab. Podcasts sollten informativ, unterhaltsam und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sein. Eine sorgfältige Themenauswahl und gründliche Recherche sind unerlässlich. Authentizität steht dabei im Vordergrund – geschönte Darstellungen werden schnell durchschaut und können kontraproduktiv wirken. Erfolgreiche Employer-Branding-Podcasts zeichnen sich durch eine ausgewogene Mischung aus Informationen zum Unternehmen, Branchentrends und persönlichen Geschichten aus.
Do: Spannende Themen und interessante Gäste einbringen.
Don’t: Den CEO eine Stunde lang über seine Golfscores sprechen lassen. Es sei denn, Sie sind ein Golfklub – dann wäre das relevanter Content.
Technische Umsetzung und Produktionsstandards
Eine professionelle technische Umsetzung, von guter Tonqualität bis zu einem durchdachten Konzept, ist entscheidend. Dank moderner Entwicklungen sind hochwertige Eigenproduktionen heute auch ohne großes Budget möglich. Es ist dennoch keine Schande, wenn Unternehmen auf externe Produktionsfirmen setzen, um einen hohen Qualitätsstandard zu erlangen. Investitionen in professionelles Equipment und Schulungen für interne Podcast-Produzenten und -Produzentinnen zahlen sich aus.
Do: In gutes Equipment für professionellen Klang investieren.
Don’t: Das Smartphone-Mikrofon in der Kantine benutzen und sich wundern, warum im Hintergrund Besteck klappert. Es sei denn, Sie produzieren einen Podcast über die kulinarischen Highlights Ihrer Betriebskantine.
Vertriebs- und Marketingstrategien für Unternehmens-Podcasts
So weit, so gut. Fehlt nur noch die richtige Vermarktung Ihres Podcasts, um ihn zum Erfolg zu bringen. Hier ist gut zu wissen: Die Wahl der richtigen Plattformen entscheidet oftmals über die Reichweite des Podcasts. Neben großen, bekannten Portalen wie Spotify, Apple Podcasts und YouTube nutzen kluge Unternehmen auch ihre eigenen Kanäle strategisch, um den Podcast zu veröffentlichen. Eine effektive Strategie integriert den Podcast auf der Unternehmenswebsite, insbesondere im Karrierebereich, und bindet ihn in Stellenanzeigen ein. Social-Media-Plattformen wie LinkedIn oder Instagram eignen sich hervorragend, um Podcast-Episoden zu bewerben und die Zielgruppe direkt anzusprechen.
Auch in bestehenden Kommunikationskanälen wie Karriere-Newsletter können Sie auf neue Episoden aufmerksam machen. Bestenfalls fungieren Mitarbeitende als Botschafter und Botschafterinnen und teilen den Podcast in ihren eigenen Netzwerken. Vielfältige Distributionskanäle machen den Podcast für potenzielle Bewerbende, Studierende und passive Jobsuchende leichter auffindbar. Die Kombination aus Präsenz auf gängigen Podcast-Plattformen und gezielter Promotion über eigene Kanäle unterstützt die Employer-Branding-Ziele effektiv.
Do: Ihren Podcast auf allen relevanten Plattformen verfügbar machen.
Don’t: Ihren Podcast exklusiv auf der Firmen-Intranetseite verstecken, wo ihn niemand findet. Das wäre, als würden Sie eine Modenschau in einem Kleiderschrank veranstalten.
Erfolgsmessung von Podcasts
Auch Podcasts müssen sich bewähren. Die Erfolgsmessung von Podcasts im Employer Branding erfordert dabei eine Kombination quantitativer und qualitativer Metriken. Neben klassischen quantitativen KPIs sind auch weiche Faktoren zu berücksichtigen. Quantitative Metriken umfassen die Anzahl der Downloads und Streams, die durchschnittliche Hördauer, Abonnentenzahlen und Interaktionsraten. Qualitative Indikatoren beinhalten das Feedback des Publikums und der Mitarbeitenden. Hinzu kommen Auswirkungen auf Bewerberzahlen und -qualität sowie den Einfluss auf das Arbeitgeberimage in Umfragen. Unternehmen sollten regelmäßig evaluieren, inwieweit der Podcast zur Erreichung der Employer-Branding-Ziele beiträgt und bei Bedarf Anpassungen vornehmen. Dafür existieren auf dem Markt etliche Tools, die detaillierte Analysen bieten und Unternehmen dabei helfen, ihre Podcast-Strategie zu optimieren.
Do: Relevante Metriken tracken und aus Feedback lernen.
Don’t: Nur auf Download-Zahlen zu achten, ist wie verkaufte Konzerttickets zu zählen. Ohne zu merken, dass die Hälfte des Publikums nach dem ersten Song geht.
Podcasts als zukunftsweisendes Medium im Personalmarketing
Podcasts haben sich als kraftvolles Werkzeug im Employer Branding etabliert. Sie bieten Unternehmen eine einzigartige Plattform, um ihre Arbeitgebermarke lebendig und authentisch zu vermitteln. In Zukunft wird die auditive Dimension des Employer Brandings weiter an Bedeutung gewinnen. Die Herausforderung liegt darin, kontinuierlich relevante Inhalte zu produzieren, die sich in der wachsenden Podcast-Landschaft abheben. Erfolg werden jene Unternehmen haben, die Podcasts als integralen Teil einer ganzheitlichen, multimedial vernetzten Employer-Branding-Strategie verstehen und umsetzen.
Do: Podcasts als Chance für authentisches Employer Branding nutzen.
Don’t: Erwarten, dass ein Podcast allein alle Ihre Recruiting-Probleme löst. Er macht Sie nicht zum coolsten Arbeitgeber der Welt – aber er kann auf dem Weg dorthin helfen!
