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Was bedeutet das 49-Euro-Ticket für den Fahrtkostenzuschuss?

Für 49 Euro sollen Menschen in Deutschland zukünftig mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) quer durchs Land reisen können. Möglich ist dies mit dem „Deutschlandticket“, dessen Einführung Bund und Länder Anfang November beschlossen haben. Das Ticket ist auch für Pendlerinnen und Pendler attraktiv, die den Weg zur Arbeit mit Bus und Bahn zurücklegen – besonders, wenn es vom Arbeitgeber bezuschusst wird. Doch was ändert sich aus arbeitsrechtlicher und steuerrechtlicher Sicht für Unternehmen, die nun das 49-Euro-Ticket bezuschussen möchten? Und können Unternehmen, die einen Fahrtkostenzuschuss zahlen, diesen einfach an das vergünstigte Ticket anpassen?

Die Einführung des Deutschlandtickets hat zunächst keine Auswirkungen auf den Fahrtkostenzuschuss, sagt Thomas Leister, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Osborne Clarke. Möchte ein Arbeitgeber den Zuschuss allerdings anpassen, muss er sich dafür mit dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin absprechen. „Häufig werden Fahrtkostenzuschüsse im Arbeitsvertrag gewährt“, sagt Leister. „Dann handelt es sich um einen Vergütungsbestandteil, der grundsätzlich nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin gesenkt werden darf.“

Der Anwalt für Arbeitsrecht hält es dennoch für wahrscheinlich, dass viele Arbeitgeber den Zuschuss zukünftig das 49-Euro-Ticket bezuschussen können, anstatt ein anderes Ticket. Schließlich haben auch die Mitarbeitenden ein Interesse an dem neuen Ticket. Es erlaubt ihnen, in einem weitaus größeren Gebiet mobil zu sein, als dies ihr bisheriges ÖPNV-Ticket tut.

Zuschuss wahrscheinlich steuerrechtlich bevorzugt

Ob Arbeitgeber den Fahrtkostenzuschuss zum 49-Euro-Tickets versteuern müssen, ist derzeit noch unklar. Laut Leister geben die vergangene Regel für das 9-Euro-Ticket sowie allgemeingültige steuerrechtliche Vereinbarungen aber eine Tendenz vor. Aktuell sind Zuschüsse von Fahrten mit dem ÖPNV zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Arbeitsgebiet oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt steuerfrei, nicht aber etwa ein Zuschuss für Fernpendler. Da sich das 49-Euro-Ticket nur auf den Regional- und Nahverkehr bezieht, ist es laut Leister wahrscheinlich, dass es in die erste Rubrik fällt. Zudem hatte das Bundesministeriums für Finanzen im vergangenen Sommer eine Bezuschussung des 9-Euro-Tickets als steuerfrei erklärt. „Deshalb gehe ich davon aus, dass auch das 49-Euro-Ticket, steuerrechtlich bevorzugt wird“, sagt Leister. „Wahrscheinlich kann es sogar steuerfrei vom Arbeitgeber bezuschusst werden.“

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Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.

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