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Wo arbeitet es sich weltweit am besten?

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In welchem Land gibt es durchschnittlich die fortschrittlichsten Arbeitskulturen? Dieser Frage sind Expertinnen und Experten der globalen HR-Plattform Remote nachgegangen. In der Liste der besten zehn von insgesamt 60 Ländern sind sechs europäische Nationen vertreten; Deutschland schafft es nur auf Platz zwölf.

Für die Untersuchung wurden gute Arbeitsbedingungen an folgende Faktoren festgemacht: durchschnittliche Arbeitszeiten, gesetzlicher Jahresurlaub (bezahlte Urlaubstage, einschließlich Feiertage), gesetzlicher Mutterschaftsurlaub (Anzahl der bezahlten Wochen), Satz der gesetzlichen Mutterschaftsurlaubszahlung in Prozent des Lohns, Mindestlohn, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, gesetzlich vorgeschriebenes Mindestkrankengeld, das Gesundheitssystem, Glücksindex/allgemeine Zufriedenheit der Bevölkerung sowie LGBTQIA+-Inklusion. All diese Kriterien subsumieren die Studienverfasserinnen und -verfasser unter Life-Work-Balance, versteht den Begriff also umfassender als den der Work-Life-Balance im herkömmlichen Sinne.

Spanien und Frankreich beste Länder in Europa nach Neuseeland und vor Australien

Spitzenreiter in Sachen Life-Work-Balance im Sinne der Studie ist Neuseeland. Es kommt mit einem gesetzlichen Jahresurlaub von 32 Tagen, einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von 80 Prozent und einem staatlich finanzierten Gesundheitssystem auf rund 79 von 100 möglichen Punkten. Auf dem zweiten Platz rangiert Spanien als bestes europäisches Land mit 76 Punkten. Das südwesteuropäische Land schneidet in allen Bereichen gut ab, unter anderem mit einer Wochenarbeitszeit von durchschnittlich unter 26 Stunden und einem gesetzlichen Jahresurlaub geht von 36 Tagen. Das Nachbarland Frankreich liegt mit 75 Punkten knapp dahinter. Dort haben die Beschäftigten überdurchschnittlich viel Freizeit und erhalten einen Mindestlohn von 11,57 Euro brutto pro Stunde sowie 36 Tage Jahresurlaub. Viertplatzierter ist mit Australien wieder ein nicht-europäisches Land mit 74 Punkten. Dort fällt der Mindestlohn mit mehr als 14 Euro am höchsten aus und im Krankheitsfall erhalten Beschäftigte 100 Prozent ihres Gehalts.

Life-Work-Balance in Deutschland noch verbesserungswürdig

Und wie sieht es hierzulande aus? Deutschland schafft es zwar beim Entgelt innerhalb des gesetzlichen Mutterschutzes mit 100 Prozent neben Brasilien und Spanien sogar auf Platz eins und in Sachen LGBTQIA+-Inklusion unter die ersten fünf Länder, muss sich in der Gesamtwertung jedoch mit Platz zwölf begnügen. Vor allem, was die durchschnittlichen Arbeitszeiten der Top Ten betrifft, schneidet Deutschland deutlich schlechter ab als die meisten anderen Länder. Auch wenn bereits einige positive Maßnahmen ergriffen wurden, um die Life-Work-Balance zu verbessern, etwa volle Lohnfortzahlung innerhalb des gesetzlichen Mutterschutzes oder die Förderung von Inklusion am Arbeitsplatz, gebe es noch Verbesserungspotenzial, gibt Amanda Day, Director of People Enablement bei Remote, zu bedenken.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.