Durch die Debatte um „Lifestyle-Teilzeit“ fallen, einmal mehr, markige Aussagen bezüglich der angeblich fehlenden Disziplin in deutschen Unternehmen. „Wir müssen wieder mehr schaffen in Deutschland“, fordert Unternehmer Reinhold Würth kürzlich gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Auch in der jüngeren Vergangenheit äußerten sich CEOs so oder ähnlich. „Allein durch Genialität wird man es nicht schaffen, man muss auch schwitzen“, hieß es beispielsweise 2024 von Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bosch. Und Nicola Leibinger-Kammüller, Geschäftsführerin von Trumpf, forderte 2025: „Wir müssen einfach mehr arbeiten.“
Work-Life-Balance, Vier-Tage-Woche, Teilzeitarbeit – all das wird als zu weich kritisiert. Gibt es in Zeiten von multiplen Krisen einen Wunsch nach mehr Härte in Unternehmen? Damit befasste sich die Studie „Zuversicht und die veränderte Rolle von Führung im Unternehmenskontext“ von 2024. Befragt wurden 1.044 Beschäftigte in Deutschland, darunter 418 Führungskräfte. Die Aussage „Meiner Meinung nach braucht es in Anbetracht der Krisen wieder mehr autoritäre Führung” wurde von 62 Prozent der Befragten mit „Ja“ oder „Teils teils“ beantwortet.
Die Krise muss ein Unternehmen dabei nicht einmal direkt treffen, wie die Umfrage zeigt: Von den Befragten, deren Unternehmen derzeit nicht direkt von einer Krise betroffen war, gaben 49 Prozent an, dass die Krisenstimmung in ihrem Unternehmen spürbar sei.
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