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Long-Covid-Betroffene blieben fast 7 Wochen arbeitsunfähig

Die Nachwehen einer Corona-Infektion spürten nicht viele Mitarbeitende. Hatten sie allerdings mit Long- oder Post-Covid-Symptomen zu kämpfen, waren sie durchschnittlich fast sieben Wochen lang arbeitsunfähig. Das geht aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenversicherung AOK (WIdO) hervor, die auf Basis der AOK-Versichertendaten durchgeführt wurde.

Demnach war jeder fünfte Beschäftigte seit Pandemiebeginn mit dem Corona-Virus infiziert und hatte sich deshalb krankschreiben lassen. Von diesen 22,5 Prozent waren 3,8 Prozent von Long- oder Post-Covid betroffen. Besonders die Delta-Variante von Covid-19 zog Langzeitsymptome nach sich. 6,3 Prozent der Mitarbeitenden, die mit der Delta-Variante infiziert waren, litten unter Long- oder Post-Covid-Symptomen. Bei der Omikron-Variante im Frühjahr 2022 waren es 2,1 Prozent.

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Frauen und ältere Mitarbeitende besonders betroffen

Auffallend ist auch, dass eher ältere Beschäftigte sowie Frauen Langzeitfolgen von Corona spürten. Der Anteil der von Long- und Post-Covid-Betroffenen war bei den über 60-Jährigen mehr als viermal so hoch wie bei den unter 29-Jährigen (1,4 Prozent gegenüber 0,3 Prozent). Zudem waren die älteren Mitarbeitenden doppelt so lange aufgrund der Corona-Langzeitfolgen krankgeschrieben wie die jüngeren (55,7 Tage gegenüber 31,5 Tage). Long- oder Post-Covid machte vor allem auch Frauen arbeitsunfähig. Während etwa 1 Prozent der weiblichen Mitarbeitenden mit den Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zu kämpfen hatten, waren es bei den Männern nur 0,7 Prozent.

Je nach Berufsgruppe mehr oder weniger Covid-Fälle

Wie viele Arbeitsausfälle wegen Covid (akut, aber auch Langzeit-Symptomen) es in einem Unternehmen gab, hängt auch mit der Branche zusammen. Besonders in Berufen der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Kinderbetreuung und -erziehung fielen Mitarbeitende wegen Corona-Symptomen aus. Corona-Infektionen waren bei Angestellten in der Kinderbetreuung und -Erziehung mit mehr als 28.000 Erkrankten je 100.000 AOK-Mitglieder am stärksten verbreitet. Auch medizinische Fachangestellte (rund 26.000 Erkrankte je 100.000 AOK-Mitglieder), pharmazeutisch-technische Assistenten und Assistentinnen (etwa 25.000 Erkrankte) sowie Mitarbeitende in Berufen der Ergotherapie (ebenfalls rund 25.000 Erkrankte) litten häufig unter Corona und waren deshalb arbeitsunfähig.

Die niedrigsten Covid-19-bedingten Fehlzeiten wiesen Berufe in der Landwirtschaft (rund 4.000 Erkrankte) und im Hochbau (etwa 6.000 Erkrankte) auf. Die ungleiche Verteilung könnte laut Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, bei einer erneuten Corona-Krankheitswelle das Funktionieren einzelner Arbeitsfelder und somit die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur gefährden.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.