Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Worüber sich Beschäftigte derzeit sorgen  

Die eigenen technischen Skills nicht schnell genug weiterentwickeln und deshalb nicht mehr die bisherige Arbeit erledigen können – diese Sorge haben derzeit zahlreiche Beschäftigte. Einige befürchten auch, sie würden als Arbeitskraft durch Technologie ersetzt werden. Das geht aus einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.

Beschäftigte fühlen sich mit technischen Neuerungen unsicher

Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass sich Mitarbeitende bei der Adaption an neue Technologie alleine gelassen fühlen. Ein Drittel (32 Prozent) der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen macht sich Sorgen, ihr Unternehmen vermittele dringend benötigte IT-Kenntnisse nicht. Außerdem sagen 29 Prozent der Befragten, sie hätten zu selten Gelegenheit, von technisch versierteren Kollegen und Kolleginnen zu lernen. Ebenso viele sind besorgt, dass ihre Unternehmen nicht ausreichend in innovative Technologien investieren. Dass sie selbst in den kommenden drei Jahren durch Technologie ersetzt werden können, befürchtet immerhin jeder fünfte Befragte (20 Prozent). Verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt von 30 Prozent sind die Deutschen allerdings weniger pessimistisch.

„Dass hierzulande etwa ein Drittel der Beschäftigten fürchtet, ihr Arbeitgeber vermittle ihnen die künftig benötigten Fachkenntnisse nicht in ausreichender Weise, verweist auf ein deutliches Potenzial für Upskilling“,

kommentiert Petra Raspels, Head of People & Organisation bei PwC Deutschland und Europe, das Befragungsergebnis.


Ihrer Ansicht nach sollten Unternehmen hier dringend weiter investieren und ihren Beschäftigten dabei transparent vermitteln, welchem Ziel welche Maßnahmen dienen.

Jeder Dritte glaubt an Fachkräftemangel im eigenen Berufsfeld

Auch die Personalknappheit macht den Mitarbeitenden zu schaffen. Befragt nach ihrer Einschätzung zum Fachkräftemangel, glaubt etwa jeder dritte Studienteilnehmer oder jeder -teilnehmerin (31 Prozent), dass hierzulande Personal für den eigenen Tätigkeitsbereich fehlt. Lediglich 14 Prozent sehen eher oder überhaupt keinen Fachkräftemangel im eigenen Job. Als die häufigste Gegenmaßnahme ihrer Unternehmen gaben mit 39 Prozent die meisten Weiterbildungsaktivitäten für die bestehende Belegschaft an. An zweiter Stelle mit 32 Prozent steht das Anheben der Gehälter und Löhne. Die dritthäufigste Strategie ihrer Arbeitgeber mit 25 Prozent der Nennungen ist die Rekrutierung von Personal mit geringeren Qualifikationen oder weniger Berufserfahrung. Weitere 18 Prozent sagen, ihr Unternehmen setze vermehrt Technologien ein, um die Fachkräftelücke zu schließen, jeweils 17 Prozent der Arbeitgeber fördern Diversität und Inklusion oder stellen Beschäftigte aus dem Ausland ein.

Vor allem Jüngere sind selbstbewusst und erwarten eine Gehaltserhöhung

Zweitere Sorge lässt die Befragten allerdings auch hoffnungsvoll werden – zumindest wenn es um das eigene zukünftige Gehalt geht. Circa ein Drittel der Beschäftigten gibt sich selbstbewusst, dass ihre Arbeit zukünftig finanziell besser honoriert wird. 34 Prozent wollen im kommenden Jahr äußerst oder sehr wahrscheinlich mehr Gehalt verlangen. Vor allem die jüngsten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind selbstbewusst; von den 18- bis 25-Jährigen planen 45 Prozent, um eine Gehaltserhöhung zu bitten.

Für die repräsentative Arbeitsmarktstudie „Hopes and Fears 2022“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC wurden im März 2022 weltweit mehr als 52.000 Beschäftigte aus 44 Ländern befragt. 2.138 kommen aus Deutschland, davon sind 1.262 Befragte ohne Führungsverantwortung, 307 Manager, 416 leitende Angestellte und 152 CEOs. Die Studienergebnisse für Deutschland können zum Download angefordert werden. Eine Übersicht über die globalen Ergebnisse gibt es hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.