Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Jobs in der Personalabteilung: Wo wird wer gesucht?

Für deutsche Personalabteilungen wurden im vergangenen Jahr überdurchschnittlich viele Fachkräfte mit akademischer Ausbildung gesucht. Unter den ausgeschriebenen Stellen auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene waren HR-Stellen allerdings unterdurchschnittlich vertreten. Und auch die Verwaltungen haben eher für andere Abteilungen Stellen ausgeschrieben. Das zeigen die Zahlen der Stellenmarktanalyse von index Research, aus der auch Daten für HR-relevante Jobprofile vorliegen.

Demnach waren insgesamt 2,2 Prozent (178.261 von knapp 8,2 Millionen) aller in deutschen Zeitungen, Zeitschriften, auf Jobportalen, bei der Bundesagentur für Arbeit oder auf Karriereseiten der Unternehmen selbst ausgeschriebenen Stellen solche im Personalwesen – 0,4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Anders ausgedrückt: Während die Zahl der ausgeschriebenen Stellen insgesamt um rund ein Viertel stieg, nahm die Zahl der HR-Stellen, die besetzt werden sollten, um die Hälfte zu.

Alles zum Thema

Special: Fachkräftemangel am HR-Jobmarkt

In unserem Themenspecial zur April-Ausgabe lesen Sie, warum es so schwer ist, gute Personalerinnen und Personaler zu finden – und wie es trotzdem gelingt.

Die Ergebnisse der Analyse weisen in eine ähnliche Richtung wie eine jüngst veröffentlichte Studie der Personalberatung Hays. Auch wenn es hier festzuhalten gilt, dass die von index ermittelten Ergebnisse aufgrund einer deutlich größeren Datenbasis nur bedingt mit denen der Personalberatung Hays vergleichbar sind, wie ein Sprecher erklärt. Doch auch hier zeigt sich eine besonders starke Steigerung der Nachfrage unter anderem bei Recruiterinnen und Recruitern (+121,5 Prozent) sowie bei Personalmarketing- und Employer-Branding-Managern (+74,4 Prozent).

Unterschiede nach Branchen und Hierarchiestufen

Index hat diese Daten zusätzlich nach Hierarchiestufen und Branchen gefiltert. Dabei zeigt sich unter anderem, dass Fachkräfte mit akademischer Bildung überdurchschnittlich häufig im Personalwesen gesucht werden – 3,1 Prozent aller ausgeschriebenen Stellen auf dieser Hierarchiestufe sind im Personalwesen angesiedelt. Auf den ersten Blick gilt das umso mehr für Fachkräfte mit Berufsausbildung – bis man diese mit gewerblichen Fachkräften gegenrechnet, die ja per Definition nur sehr selten in HR-Jobs landen. Niedrig ist auch der Anteil der HR-Jobs unter den ausgeschriebenen Ausbildungen (0,5 Prozent) sowie den ungelernten Arbeitskräften (0,3 Prozent), mit gut 5 Prozent bei Praktika und Young Professionals allerdings besonders hoch. Und auch, dass verhältnismäßig wenige HR-Jobs auf Vorstands- und Bereichsleiterebene ausgeschrieben wurden (jeweils rund 1,5 Prozent), liegt wohl auch daran, dass die entsprechenden Positionen allen Sonntagsreden zum Trotz nicht auf den Topebenen angesiedelt sind.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Datawrapper, der von der Redaktion empfohlen wird. Sie können den Inhalt mit einem Klick aktivieren.

Inhalt entsperren

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte von Datawrapper angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu erfahren Sie bei Datawrapper und unserer Datenschutzerklärung.

Interessant ist auch ein Blick auf die unterschiedlichen Branchen, für die die sogenannte  „Internationale Standardklassifikation der Wirtschaftszweige“ der UN verwendet wurde. Sie fasst verschiedene Branchen zu größeren Gruppen zusammen, wobei etwa die Gruppe „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ zum Beispiel Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzleien, Architekturbüros sowie Werbung und Marktforschung umfasst. Dort lag der Anteil der ausgeschriebenen HR-Stellen mit drei Prozent deutlich über dem Durchschnitt, ähnliches gilt unter anderem für die Personaldienstleister. Unter dem Durchschnitt liegt hingegen die öffentliche Verwaltung, in der nur 1,4 Prozent der 2021 ausgeschriebenen Stellen zum Personalbereich zählten. Dazu passen auch Ergebnisse aus dem Hays-Fachkräfte-Index, der im Vergleich zwischen den Quartalen 2020 und 2021 sogar eine Verringerung der Nachfrage nach Personalern im öffentlichen Dienst nachweist.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Datawrapper, der von der Redaktion empfohlen wird. Sie können den Inhalt mit einem Klick aktivieren.

Inhalt entsperren

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte von Datawrapper angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu erfahren Sie bei Datawrapper und unserer Datenschutzerklärung.

Auch eine geografische Auswertung liefert Index Research mit. Während wenig überraschend in den Stadtstaaten der Anteil von Personalerstellen am Gesamtaufkommen der Stellenanzeigen mit 2,5 (Bremen) bis 3,2 Prozent (Hamburg) überdurchschnittlich hoch ist und man das gleiche Aufgrund des Frankfurter Einflusses auch über Hessen sagen kann, wurden in Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland nicht nur in absoluten Zahlen am wenigsten HR-Stellen ausgeschrieben. Ihr Anteil war mit 1,3 beziehungsweise 1,5 Prozent auch besonders niedrig.

Info

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.