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Inflation: Sollen Arbeitgeber Mitarbeitende finanziell unterstützen?

Die zunehmende Inflation und steigende Lebenshaltungskosten machen den Menschen in Deutschland zu schaffen, dazu drohen noch höhere und für viele unbezahlbare Strom- und Gaspreise. Entsprechend verwundert es nicht, dass sich die Mehrheit der Beschäftigten Sorgen um ihr finanzielles Auskommen macht. Wie eine aktuelle Umfrage von Glassdoor zeigt, befürchten derzeit vier von fünf Deutschen (80 Prozent), dass ihr Verdienst nicht ausreicht, um die sich erhöhenden Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Für zwei Drittel (65 Prozent) ist sogar bereits die Situation eingetreten, dass ihr aktuelles Gehalt die Kosten nicht mehr deckt.

Zusätzlich ist ein Drittel der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (34 Prozent) heute besorgter als vor sechs Monaten, den Job verlieren zu können, was wiederum die Angst vor finanziellen Sorgen verstärken würde. Doch Beschäftigte denken aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht nur darüber nach, gekündigt zu werden, sondern auch selbst zu kündigen und sich nach einem Job umzuschauen, bei dem sie besser bezahlt werden (68 Prozent).

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Mehrheit sieht Regierung in Verantwortung, für finanziellen Ausgleich zu sorgen

Finanzielle Hilfe in der aktuellen oder zukünftigen Situation wünschen sich die Befragten vor allem von der Bundesregierung (74 Prozent). Die Arbeitgeber sehen nur wenige Mitarbeitende in der Pflicht, ihnen finanziell unter die Arme zu greifen (19 Prozent). Auffällig ist allerdings, dass die Generation Z eher dazu neigt, diese Verantwortungsverteilung umzudrehen: Von der Generation Z denkt fast ein Drittel (30 Prozent), die Unternehmen sollten hier einspringen. Zum Vergleich: Von den 35- bis 44-Jährigen vertreten nur 11 Prozent diese Ansicht. Die jüngsten Berufstätigen haben offenbar höhere Erwartungen an Arbeitgeber und niedrigere an die Politik.

Der Wunsch nach höherem Gehalt

Wenn der Arbeitgeber die Befragten unterstützen möchte, sollte er dies vor allem in Form von Geld tun. Fast alle Befragten (91 Prozent) plädieren für eine dauerhafte Gehaltserhöhung. Nahezu ebenso viele (85 Prozent) halten es für eine passende Maßnahme, wenn Arbeitgeber bestimmte Kosten übernähmen, beispielsweise für Telefon, Internet und Anfahrt zum Arbeitsort. Knapp drei Viertel (73 Prozent) können sich einen einmaligen finanziellen Bonus vorstellen. Weitere 45 Prozent finden sonstige nicht-monetäre Unterstützungsmaßnahmen wie beispielsweise Kinderbetreuung vor Ort hilfreich.

Einige Unternehmen kommen ihrer Belegschaft bereits in diesen Formen entgegen: Drei von zehn Beschäftigte (31 Prozent) sagen, dass sie einen einmaligen Bonus erhalten haben. Circa ein Viertel (23 Prozent) hat wegen der steigenden Lebenshaltungskosten eine dauerhafte Gehaltserhöhung bekommen. 43 Prozent der Befragten berichten, in den vergangenen sechs Monaten keinerlei Unterstützung vom Unternehmen erhalten zu haben. Diese Unterstützung lohnt sich: 72 Prozent bejahten die Aussage, dass sie bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben würden, wenn er ihnen Unterstützung zur Deckung der gestiegenen Lebenshaltungskosten anbieten würde.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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