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Total Rewards: Das Bedürfnis nach Sicherheit berücksichtigen

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Der Pharmakonzern Merck KGaA entwickelte ein Vorruhestandsmodell auf Basis von Langzeitkonten. Von diesem profitieren Mitarbeitende und Unternehmen gleichermaßen: Die „Brücke zur Rente“ ermöglicht es, Stellenabbau oder -verlagerungen im Rahmen von Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung sozialverträglich und auf Freiwilligenbasis zu gestalten. Die Total-Rewards-Expertin Kinga Ollmann ist beim 8. Praxisforum Total Rewards am 14. Mai 2024 in Frankfurt am Main zu Gast. Sie wird Einblicke in das Modell geben. Wir haben uns vorab mit ihr unterhalten.

Personalwirtschaft: Frau Ollmann, Was sind aus Ihrer Sicht aktuell die größten Herausforderungen für Ihr Unternehmen bezüglich Vergütung?

Kinga Ollmann, Senior Manager Rewards & Employment Policies bei Merck KGaA, hat ein Vorruhestandsmodell auf Basis von Langzeitkonten entwickelt. Beim Praxisforum 2024 wird sie darüber berichten.

Kinga Ollmann: Eine der größten Herausforderungen sehe ich darin, die Vergütungspolitik so zu steuern, dass wir dem Kostendruck, der aufgrund der aktuellen geopolitischen Ereignisse und der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spürbar zugenommen hat, gerecht werden und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität als Arbeitgeber aufrechterhalten. Wir fokussieren uns darauf, die Vielfalt und damit die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der Belegschaft zu berücksichtigen, angemessene Anreize zu schaffen und gleichzeitig die Unternehmensziele zu verfolgen. Dazu gehört neben dem finanziellen Aspekt auch die Standardisierung von Prozessen und Vergütungsstrukturen, um Effizienz und Transparenz zu gewährleisten.

Sie haben bei Merck eine „Brücke zur Rente“ – ein Vorruhestandsmodell auf Basis von Langzeitkonten – entwickelt. Was ist das Besondere daran?

Die „Brücke zur Rente“ ist ein wesentlicher Bestandteil unserer positiven, fürsorglichen Trennungskultur. Das Vorruhestandsmodell ermöglicht es, Stellenabbau oder -verlagerungen im Rahmen von Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung sozialverträglich und auf Freiwilligenbasis zu gestalten. Die Besonderheit des Programms liegt in seiner hohen Flexibilität und Attraktivität sowohl aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebersicht.

Welche Trends werden aus Ihrer Sicht den Total-Rewards-Bereich in den kommenden drei Jahren am meisten verändern?

Der Bedarf an personalisierten, differenzierten Vergütungs- und Benefitsprogrammen zur Gewinnung und Haltung von Talenten und Fachkräften zeichnet sich klar ab. Daher werden wir den Fokus in den kommenden Jahren verstärkt auf die Flexibilität unserer Rewardsprogramme sowie auf den ganzheitlichen Ansatz legen müssen.

Meine persönliche Prognose ist, dass Rewards gleichzeitig emotionaler wird, das heißt, das Bedürfnis der Belegschaft unter anderem nach Wertschätzung, Fürsorge und Sicherheit muss sowohl bei der Gestaltung von Programmen als auch bei der Kommunikation stärker berücksichtigt werden.

Gibt es einen weiteren Aspekt?

Ja. Last but not least: Der Einsatz von KI kann und wird auch den Rewardsbereich maßgeblich verändern, sowohl bei der Analyse von großen Datenmengen, bei der Überprüfung von Programmen, Prognose von Trends und Erkennen von Mustern als auch bei der Effizienzsteigerung.

Worauf freuen Sie sich am meisten beim Praxisforum Total Rewards?

Ich freue mich sehr auf den Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Rewardsexperten sowie auf inspirierende Vorträge.

Unter welche drei Hashtags gruppieren Sie Ihren Programmpunkt?

#Transformationen, #PositiveTrennungskultur, #LangzeitkontoRuhestand

Info

Kirstin Gründel beschäftigt sich mit den Themen Compensation & Benefits, Vergütung und betriebliche Altersvorsorge. Zudem kümmert sie sich als Redakteurin um das Magazin "Comp & Ben". Sie ist redaktionelle Ansprechpartnerin für das Praxisforum Total Rewards.