„ADHS ist keine Superpower“, sagt Fee Kalter. Bei der Gründerin und Geschäftsführerin wurde selbst im Erwachsenenalter ADHS diagnostiziert. Heute berät sie bei Nap! (Eigenschreibweise NAP!) Unternehmen bezüglich gesunder Arbeitskultur. „Möglicherweise kann es irgendwann mal eine werden.“ Was Kalter damit meint ist: Die Systeme, in denen sich Menschen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bewegen, sind nicht für oder auf sie ausgerichtet. „Daher bringt uns das nichts, das als Superkraft darzustellen, das wertet das eigene Erleben ab.“
Menschen mit ADHS stehen im Arbeitsalltag oftmals vor Hürden, die ihre neurotypische Kolleginnen und Kollegen nicht überwinden müssen. Wiederum anders sieht es in der Umgebung der Führungsetage aus, die mit besonderen Herausforderungen einhergeht. Doch wie viele Führungskräfte sind überhaupt von ADHS betroffen? Laut Dr. Simone Dogu ist eine Schätzung hier schwierig. Sie ist Agile Lead bei der DB Systel, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. „Je nach Auslegung und Studienlage reden wir bei verschiedenen neurodivergenten Ausprägungen beispielsweise ADHS, Autismus oder Hochbegabung von 12 bis 18 Prozent in der Bevölkerung – das sind nicht wenige Menschen.“
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