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Umfrage: Hälfte der Arbeitnehmer befürwortet eine Vier-Tage-Woche

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland befürwortet die Einführung einer Vier-Tage-Woche. Auch jede zweite Führungskraft spricht sich dafür aus. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Softwareherstellers Cegid und des Marktforschungsunternehmens Appinio, an der im März 2022 deutschlandweit 100 Führungskräfte und 400 Arbeitnehmer teilnahmen.

Demnach möchte jeder Dritte (34 Prozent) nur vier Tage pro Woche arbeiten, selbst wenn die Arbeitszeit dafür an den einzelnen Tagen länger ist. Lediglich für jeden Fünften (22 Prozent) ist eine Reduktion der Wochenarbeitszeit eine Grundvoraussetzung für die Einführung der Vier-Tage-Woche. Dieses Arbeitszeitmodell bevorzugen vor allem Besserverdiener mit einem Nettohaushaltseinkommen von mehr als 5.000 Euro monatlich – wobei hier aufgrund der geringen Anzahl an Befragten die Aussagekraft der Ergebnisse immer kleiner wird. An fünf Tagen kürzer zu arbeiten möchten knapp 15 Prozent der Befragten, darunter besonders Arbeitnehmende mit kleinen Kindern (23 Prozent). Zufrieden mit der aktuellen Arbeitszeit sind gut 12 Prozent.

Dabei sind es keineswegs nur die Mitarbeitenden, die einer Vier-Tage-Woche nicht abgeneigt sind. 55 Prozent der Führungskräfte wünschen sich ein Arbeitszeitmodell, das sich auf vier Tage beschränkt. Und gegen eine Arbeitszeitreduktion haben sie der Umfrage nach nicht übermäßig viel einzuwenden. Jede dritte Führungskraft (31 Prozent) ist offen für eine Vier-Tage-Woche, in der an den einzelnen Tagen nicht mehr als der gewohnten Stunden gearbeitet wird. 18 Prozent befürworten, dass es zukünftig fünf kürzere Arbeitstage geben soll. Demgegenüber stehen 24 Prozent der Führungskräfte, die eine Vier-Tage-Woche nur gut finden, solange die Mitarbeitenden noch dieselbe Anzahl an wöchentlichen Arbeitsstunden haben. 17 Prozent sagen, dass eine Zeitumstellung in ihrem Unternehmen ausgeschlossen ist.

Zur Debatte steht, ob die zu bewerkstelligen Arbeitsmenge bei einer Kürzung der Arbeitszeit erledigt werden kann. Mehr als die Hälfte der Befragten empfanden ihr Arbeitspensum innerhalb der vergangenen zwei Jahre als hoch (57,6 Prozent). Lediglich 34 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, mit ihrem Workload glücklich zu sein.

Die Vier-Tage-Woche wurde oder wird in Island und Großbritannien im großen Stil ausprobiert, auch in Belgien gibt es Pläne zu ihrer Einführung. Mehrere deutsche Unternehmen haben ebenfalls entsprechende Modelle erprobt und umgesetzt.

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.