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Konstruktiv positiv: Fünf Tipps, um die Stärken von Mitarbeitenden zu fördern

Worin sind Sie schlecht im Job? Was macht Ihnen Mühe, unter welchen Ihrer Macken leiden Sie und andere gelegentlich, was würden Sie gerne besser können? Was könnten Sie tun, um Ihre Schwäche wirksam anzugehen, wo müssten Sie sich noch mehr anstrengen? Falls Sie jetzt schon gar nicht mehr weiterlesen wollen: Ich nehm’s Ihnen nicht übel. Denn mit unseren Schwächen, Defiziten und Mängeln beschäftigen wir uns schon genug. Das zieht uns runter, das mindert unsere Leistungsfähigkeit.

Wozu Sie Stärken stärker stärken sollten

Viel besser wäre doch eigentlich: Die Stärken kennen und ausbauen. Die eigenen und die der anderen, gerade als Personalerin oder Personaler, in der Organisationsentwicklung, als Führungskraft. Denn wer die eigenen Stärken und die seiner Belegschaft kennt und fördert,

  • ist zufriedener mit der eigenen Arbeits- und Lebenssituation.
  • ist resilienter gegen Stress und optimistischer in Krisensituationen und
  • engagiert sich stärker in beruflichen oder privaten Aktivitäten.

Das legen etliche Studien nahe, die zur Stärkennutzung in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten erschienen sind. In meiner Arbeit als Coach und Teamentwickler erlebe ich außerdem: Wo Stärken stärker gestärkt werden, findet weniger Krach und mehr Kooperation statt. Denn Kreative sehen sich in ihrer Rolle als Ideenbrunnen ebenso gern gewertschätzt wie der Präzisionsarbeiter für seine genaue und zuverlässige Arbeit. 

Wie HR Stärken im Unternehmen ausbauen kann

Was können Sie konkret tun, um sich sowohl die eigenen Stärken als auch die Ihrer Mitarbeitenden oder die der Führungskräfte, die Sie betreuen, bewusst zu machen – und im nächsten Schritt auszubauen? Hier ein paar Anregungen:

  • Stärkentest wie der via-Test (kostenlos möglich über www.charakterstaerken.org) machen Stärken mess-, darstell- und vergleichbar. Wo finden Sie sich in diesen Stärkenbeschreibungen wieder? Was machen Ihre in diesem Test diagnostizierten Stärken leichter oder möglich? Wer hat was davon?
  • Vielleicht gönnen Sie sich ja auch ein Stärkencoaching, um die eigenen Talente und Kompetenzen besser sehen und wertschätzen zu können. Und genauer zu verstehen, wann Stärken auch mal too much sein und wie Sie einzelne Stärken besser moderieren und regulieren können. 
  • Beim Loben oder Delegieren auf Stärken Bezug nehmen, um das Bewusstsein der Mitarbeitenden für die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen zu vertiefen (“Bitte übernehmen Sie diese Aufgabe, weil Sie immer so gut…” oder “Dass wir dieses Projekt so gut stemmen konnten, liegt unter anderem daran, dass Ihr so besonders gut…”)
  • Stärkenorientierte Workshops lassen sich wunderbar in Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern oder Teamtage einbauen, egal ob virtuell oder in Präsenz.
  • Bei der Ausschreibung und Besetzung von Stellen könnten Führungskraft und Team diskutieren, welche Stärken im Team schon vertreten sind und welche vielleicht noch Verstärkung durch eine neue Person brauchen könnten.

Und die Schwächen, die wir alle haben? Sie verschwinden natürlich nicht, wenn wir uns stärker mit Stärken befassen. Aber sie fallen weniger ins Gewicht. Viel Spaß und Erfolg dabei!

Alles zum Thema

Kolumne „Konstruktiv positiv“

Alle bisher erschienenen Beiträge der Kolumne finden Sie auf dieser Übersichtsseite.

Christian Thiele ist Autor und Coach für positive Leadership. Sein Buch „Positiv führen für Dummies“ ist gerade im Wiley-Verlag erschienen, sein Podcast „Positiv Führen“ lässt sich auf allen großen Podcast-Plattformen abrufen.
https://positiv-fuehren.com/