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Moderne Karrierewebseiten: Was sind aktuelle Trends?

Die Veränderung der Arbeitswelt wird auch verstärkt auf den Karrierewebseiten der Unternehmen abgebildet. HR tätigt dort mehr Angaben zu Remote-Work, Arbeitsweise und Miteinander, Corporate Purpose, Diversity und Werten als noch vor einem Jahr. Das zeigt eine Untersuchung von NetFederation – die HR Benchmark –, die uns exklusiv vorlag. Das Beratungsunternehmen schaute sich die Karrierewebseiten der 50 größten deutschen Konzerne und deren Präsenz in den Sozialen Medien an. Dabei wurde auch klar: Was die direkte Kontaktaufnahme und die Nennung von Ansprechpartnern angeht, gibt es bei vielen Unternehmen Nachholbedarf.

In den vergangenen Jahren sind durch die Corona-Pandemie, soziale und politische Unruhen sowie den Klimawandel vermehrt Themen wie Digitalisierung, Diversity, das Zusammenleben in den Fokus vieler Menschen gerückt. Darauf hat auch HR reagiert und Antworten auf Fragen, die Bewerbende in diesem Kontext beschäftigen, in die Recruiting-Kommunikation eingefügt.

Angaben zu Remote Work oder Homeoffice machen 76 Prozent der untersuchten Arbeitgeber auf ihrer jeweiligen Karrierewebseite (2021 waren es 66 Prozent). Informationen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen 80 Prozent bereit (gegenüber 64 Prozent im Jahr 2021). Das Thema Diversity wird auf 98 Prozent der Karrierewebseiten erwähnt (2021 waren es 94 Prozent), die Arbeitsweise und das Miteinander auf 94 Prozent beschrieben (für 2021 hat NetFederation keine vergleichbaren Zahlen erhoben). Besonders zugenommen hat die Erwähnung des Digitalisierungsstandes im jeweiligen Unternehmen. Fanden Bewerbende im Jahr 2021 auf 52 Prozent der Bewerbungswebseiten Angaben zur Digitalisierung, liefern nun 82 Prozent Informationen darüber.

Purpose: Mehr als ein Trendwort

HR scheint sich 2022 bei der Recruiting-Kommunikation auch stark darauf zu fokussieren, das Corporate Purpose zu erwähnen. Mittlerweile finden Jobsuchende auf 92 Prozent der Karrierewebseiten Angaben dazu, 2021 war dies nur bei 30 Prozent der Fall. Die Studienautoren und -autorinnen von NetFederation erklären sich das folgendermaßen: Die Veränderungen und Unsicherheiten hätten dazu geführt, dass mehr Menschen ihre Arbeit hinterfragt haben und nun für sich wissen möchten, warum sie ihrer Arbeit nachgehen. Hierauf geht HR laut den Expertinnen und Experten der NetFederation oftmals ein. „Wer die Frage nach dem Sinn umfassend, glaubwürdig und nahbar erzählen kann, punktet bei Jobsuchenden“, heißt es im HR Benchmark.

Doch es gehe nicht nur darum, das Unternehmen allumfassend mit seinem Purpose, Werten und der Arbeitsweise zu präsentieren. Vielmehr solle ein Dialog mit den Bewerbenden entstehen. Obwohl viele Unternehmen dazu übergegangen sind, die jeweilige Jobgruppe (Professionals, Einsteiger und Führungskräfte) direkt anzusprechen, werden Bewerbenden wenig Möglichkeiten geboten, HR auf einfachem Weg direkt zu kontaktieren. So gibt es nur auf 22 Prozent aller untersuchten Karrierewebseiten Chatbots. Direkte Ansprechpartner oder -partnerinnen werden nur in sechs von 50 Fällen genannt. „Hier gibt es noch Spielraum“, heißt es vonseiten der NetFederation.

Mit TikTok die jüngere Zielgruppe erreichen

Leichter scheint es da für die Bewerbenden zu sein, über die sozialen Medien direkt mit Unternehmensvertreterinnen und -vertretern in Kontakt zu kommen. Fast jede Organisation habe auf Linkedin und Xing ein Profil. Die junge Zielgruppe versuche HR gerade verstärkt über Youtube und TikTok zu erreichen – rund ein Viertel der großen Konzerne sind auf den Plattformen präsent.

Insgesamt schätzen die Expertinnen und Experten der NetFederation die Karrierewebseiten als gut ein. Besonders zufrieden waren sie mit denen der Deutschen Telekom, von Fresenius, von Otto, der RWE und von REWE. Mehr zur HR Benchmark finden Sie hier.

Info

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.