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Round Table Mitarbeiterbefragung: Immer gut hinhören!

Corona hat im Arbeitsleben einiges verändert. Auch bei der Mitarbeiterbefragung hinterlässt die Pandemie ihre Spuren. Wie die Teilnehmenden des Round Tables berichteten, gibt es inhaltliche Verschiebungen: Verstärkt im Mittelpunkt stehen nun die Themen hybrides Arbeiten, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und Kulturentwicklung. Themen, die eng miteinander verbunden sind, und die, angesichts dessen, dass viele Mitarbeitenden seit der Pandemie verstärkt im Homeoffice arbeiten, kaum verwundern.

Doch insbesondere bei Befragungen zur Arbeitsgestaltung beziehungsweise Remote Work ist Vorsicht geboten. Das Ziel sollte sein, herauszufinden, was die Mitarbeitenden benötigen, um im Rahmen von mobilen beziehungsweise hybriden Arbeiten produktiv zu sein. Die Unternehmen dürfen jedoch nicht signalisieren, dass sie eine „Wunschliste“ abfragen, die umgesetzt werden soll.

Oft problematisch: zu viele technischen Möglichkeiten

Diskutiert wurde auch über Innovationen im Markt der Befragungs-Tools. Was die Gestaltung von Umfragen angeht, tut sich auf dem hiesigen Software-Markt einiges. Doch ist all das, was machbar ist, auch nötig und sinnvoll? Allgemeiner Tenor in der Round-Table-Runde: Eher nicht!

Gerade bei Befragungs-Instrumenten, die Funktionen und Auswertungsmöglichkeiten in „Selbstbedienung“ bieten, sei genau hinzuschauen, was an Auswertungsergebnissen überhaupt benötigt werde. Welchem Zweck sollen die Erkenntnisse aus den Umfragen dienen? Oftmals laufen Firmen bei zu vielen technischen Möglichkeiten den Round-Table-Teilnehmenden zufolge Gefahr, das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Befragungssequenzen werden kürzer

Wichtig ist darüber hinaus, dass die verschiedenen Mitarbeitenden in den Unternehmen die für sie jeweils richtigen Ergebnisse erhalten. Ein Zuviel an Daten ist dabei wiederum problematisch. Denn so wird es schwierig, mit der Analyse hinterherzukommen. Da der Trend jedoch zum kontinuierlichen Zuhören geht, was unter anderem bedeutet, dass Befragungssequenzen immer kürzer werden, besteht eine große Herausforderung darin, die Antworten aus den Umfragen jeweils auch auszuwerten und mit ihnen arbeiten zu können.

MAB als Bindungsinstrument im Change

Auf jeden Fall auch dürfen die Befragungen nicht zum Selbstzweck verkommen und die Mitarbeitenden sich durch sie eher kontrolliert denn begleitet fühlen. Dann nämlich verspielt man sich die Chance, mittels Befragungen als Mitarbeiter-Dialoginstrument Mitarbeitende an sich zu binden.

Denn generell – da waren sich die Round-Table-Teilnehmenden einig – ist die Mitarbeiterbefragung eine gute Unterstützung für Personaler und Personalerinnen in Transformationsprozessen, um zu erkennen, wo sie etwas tun und gegensteuern müssen – gerade in Sachen Mitarbeiterbindung. Wichtig ist demnach, Stellschrauben zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zu geben. In Zeiten wie diesen, die von Verunsicherungen geprägt sind, ist dabei auch insbesondere zu schauen, welche Ängste die Mitarbeitenden umtreiben.

Offene Fragen sind beliebt

Über offene Fragen unter anderem kann herausgefunden werden, welche Sorgen vorherrschen. Wie beim Round Table festgestellt wurde, scheint qualitatives Feedback bei Mitarbeiterbefragungen beliebt zu sein.

Selbst im Führungskräfte-Feedback habe der Wunsch nach offenen Fragen zugenommen. Doch qualitatives Feedback kann ebenso ein Stolperstein für die Unternehmen sein. So ist in Präsentationen die Tendenz tu beobachten, sich zu sehr auf einzelne Aussagen zu konzentrieren, sodass oftmals ein verzerrtes Bild entsteht. Wichtig bei offenen Fragen ist daher, sie in Verbindung mit den restlichen Fragen des Fragebogens zu bringen – also aufzuzeigen, inwiefern die qualitativen Aussagen die quantitativen Ergebnisse stützen – und die Antworten zudem gut zu clustern.

Alles zum Thema

Mitarbeiterbefragung

Unter einer Mitarbeiterbefragung (synonym: Mitarbeiterumfragen) wird ein Instrument partizipativer Unternehmensführung und Personalarbeit verstanden, mit dem im Auftrag der Geschäftsleitung und im Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen Informationen über die Einstellung, Wertungen, Erwartungen, Bedürfnisse und Änderungsvorschläge der Mitarbeiter bezogen auf bestimmte Bereiche der betrieblichen Arbeitswelt gewonnen werden.