bAV gewinnt bei Talentsuche an Bedeutung

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Jobsuchende erwarten von ihrem künftigen Arbeitgeber neben einem guten Gehalt weitere monetäre Benefits. Unternehmen, die ihren Beschäftigten einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) oder eine Betriebsrente bieten, verschaffen sich daher einen Wettbewerbsvorteil. Wie viele Unternehmen auf diesen Benefit schon in der Stellenanzeige hinweisen, hat das Berliner Marktforschungsinstitut index Research untersucht. Dafür hat es die index Anzeigendaten, eine Datenbank für Stellenanzeigen, ausgewertet.

Das Ergebnis: In den ersten acht Monaten 2023 gaben Unternehmen in rund 2 Millionen Stellenangeboten an, also in mehr als 22 Prozent aller öffentlich ausgeschriebenen Positionen, dass sie diesen Benefit anbieten. Der Anteil ist damit gegenüber 2022 leicht gestiegen. Damals wurde die bAV in etwas unter 22 Prozent der Stellenanzeigen genannt. Gegenüber den Vorjahren gibt es einen klaren Aufwärtstrend: 2021 lag der Anteil deutschlandweit bei 18 Prozent, im Gesamtjahr 2020 nur bei 15 Prozent.

White Collar Worker am häufigsten mit bAV gelockt

Die bAV erfreut sich unter Arbeitnehmern zunehmender Beliebtheit. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte war sie mit 47 Prozent die beliebteste zusätzliche Sparmaßnahme der Deutschen im Jahr 2022. Drei Jahre zuvor gaben nicht einmal 22 Prozent der in der Studie Befragten an, über eine bAV zusätzlich zu sparen.

Dass Talente sich verstärkt eine bAV oder eine Betriebsrente wünschen, liegt vor allem daran, dass viele Senioren von der staatlichen Rente nicht leben können. Sie müssen sich zusätzlich absichern. Das machen sich Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente zunutze.

Die bAV als Benefit nannten Arbeitgeber am häufigsten in Jobangeboten für Projektmanager (fast 31 Prozent). Auf den weiteren Plätzen rangierten Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Personalerinnen und Personaler (mit jeweils über 29 Prozent), Manager (nahezu 28 Prozent) und klassische Bürokräfte (fast 26 Prozent). In Stellenangeboten für Logistiker (über 18 Prozent), Bauarbeiter und Handwerker (rund 18 Prozent) sowie Mitarbeitende im Hotel- und Gastgewerbe (fast 16 Prozent) erwähnten Unternehmen die bAV dagegen deutlich seltener, obzwar auch diese Fachkräfte stark gesucht werden.

Nicht überall in Deutschland erwartet neue Beschäftigte gleichermaßen eine betriebliche Altersversorgung. Mit Blick auf die einzelnen Bundesländer schwankte der Anteil der Stellen mit diesem Benefit zwischen 26 Prozent in Hamburg und 20 Prozent in Sachsen-Anhalt. Im Städteranking führen Stuttgart und Hannover. In beiden Städten wird in 28 Prozent der Stellenausschreibungen eine bAV erwähnt.

Kirstin Gründel beschäftigt sich mit den Themen Compensation & Benefits, Vergütung und betriebliche Altersvorsorge. Zudem kümmert sie sich als Redakteurin um das Magazin "Comp & Ben". Sie ist redaktionelle Ansprechpartnerin für das Praxisforum Total Rewards.